Carl Graf von Pellegrini
K.K. Geheimer -Rat und Feldmarschall, Kommandant des
Ingenieur-,Mineur und Sappeurkorps, Generaldirektor des gesamten Genie
und Fortifikationswesens, Ritter des goldenen Vlieses und Großkreuz
des Militär- Maria Theresienordens, Inhaber des K.k. Infanterie Regiments
Nr. 49 (nun Freiherr von Heß)
Dieser durch bleibende, auf spätere Zeiten hinaus
wirkende segensreiche Anstalten unvergessliche Mann, 1720 zu Verona aus
einem alten adeligen Geschlechte geboren, bildete sich zum Krieger, kaum
15 Jahre alt, noch unter dem großen Eugen, und ward diesem Vater
der Armee, da die Franzosen im Jahre 1734 Philippsburg belagerten, als
Fähnrich schon durch seine Talente bekannt. INdem damals noch kein
beständiges Geniekorps existierte, und man die zu Arbeitendieser Art
fähigen Offiziere aus den Regimentern aussuchte, machte sich der junge
Pellegrieni, der namentlich in den mathematischen Wissenschaften sehr bewandert
war, besonders bemerkbar und nützlich.
In dem dreijährigen Kriege mit den Türken
von 1737-1739 ward eine kaiserliche Flottille auf der Donau versammelt,
für welche Carl VI. den Grafen Pellegrini zum Befehlshaber ernannte,
und die aus neun Kriegsschiffen von 22 - 40 Kanonen, und aus sechs Galeeren,
jede von 30 Kanonen, hätte bestehen sollen. Pellegrini trat voll der
besten Hoffnung den Dienst auf dieser kleinen Flotte an; da sie aber von
den schwankenden Plänen abhing, nach welchen die Feldherren zu Lande
vorfuhren, und bald bis auf 2 Kriegsschiffe zusammenschmolz,die, um sie
nicht in die Hände der Türken fallen zu lassen, zuletzt ebenfalls
versenkt wurden: so fand Pellegrini hier beständige Gelengenheit,
zwar nicht das zu lernen, was im Kriege geschehen soll, aber doch, das,
was sorgfältig vermieden werden muß. Er wohnte nachher allen
Feldzügen des österreichischen Erbfolgekrieges, des siebenjährigen
und des letzten Türkenkrieges mit einem von so ausgezeichneter Einsicht
geleiteten Diensteifer bei, daß er in raschem Schritt von einer Stufe
zur anderen forteilte. So wurde er 1759 Generalmajor, 1764 Feldmarschalllieutenant,
1767 Regiments-Inhaber, 1771 Feldzeugmeister, und 1778 geheimer Rat und
Feldmarschall.
In der Schlacht bei Breslau 1757 erwarb sich Pellegrini
als Oberster des Regiments Daun das Theresienkreuz. Als in Folge im Jahre
1762 ein preussisches Korps unter dem General Seidlitz über Kommotau
in Böhmen eingedrungen war und schon einige Vorteiler errungen hatte,
wurde Pellegrini, welcher damals Generalmajor war, aus Sachsen gegen diese
feindliche Abteilung
beordert, und es gelang ihm, sie bei Teplitz zu schlagen
und zurückzudrängen.
Im letzten Türkenkriege, als sich die Armee von
Illova sich gegen die Donau zurückzog, warf sich Pellegrini in die
Festung Temesvar, denn Josef II. glaubte diesen wichtigen Posten
keinen zuverlässigeren Händen anzuvertraunen zu können.
Nach der Eroberung von Belgrad, wo die verwendung der
von ihm gebildeten Korps so mächtig in die Augen sprang, ehrte der
dankbare Monarch seinem verdienten Feldmarschall mit dem Großkreuze
des Theresien Ordens, gleichwie er ihn mit der Kommandeurswürde schon
früher ausgezeichnet hatte. Von bleibenden Werte sind die Verdineste,
welche Pellegrini sich in
den Friedensjahren um die wissenschaftliche Bildung der
Krieger erwarb. Er war nach dem Hubertsburger Frieden zum kommandierenden
General in Östereich ob der Enns, dann zum Generalinspektor der Infanterie
ernannt und dem Hofkriegsrate beigezogen worden.
Im Jahre 1770 erhielt er das Kommando über
das Ingenieur.Mineur und Sappeurkorps, 1780 aber die Generaldirektion über
das gesamte Genie und Fortifikationswesen. Die Männer aus seiner Schule
sprechen seine Lobrede, und die unter seiner Aufsicht und nach seinen Angaben
erbauten Festungen, Theresienstadt und Josefstadt, sind Ehrendenkmäler,
die er sich setzte, dauernder als Alles, was die Geschichte von ihm rühmen
mag. Auch die heutigen Festungswerke von Königsgrätz wurden von
ihm entworfen. Daß Pellegrini seine großen Kenntnisse in der
Kriegsbaukunst auch auf die bürgerliche Baukunst zu übertragen
verstand, davon zeugt das Haus, das er sich in Wien an der bastei erbaute,
und welches sein Genie, ungeachtet des ungünstigen Bodens und der
abschreckensten Bedingungen, welche dem Bauführer sich aufdrangen,
doch zu einem eben so festen als niedlichen Wohnsitze der Bequemlichkeit
zu machen die Mittel fand. Pellegrini starb 1796 zu Wien, nachdem
ihm einige Jahre vor seinem Tode noch sein großer Gönner Josef
II. als neues Zeichen seiner Huld den Orden des golden Fließes verliehen
hatte. |