Ferdinand Georg August Prinz von Sachsen-Coburg-Saalfeld-Kohary,
Graf von Sorbenberg, k. k. General der Kavallerie





Am 28.3.1785 wurde Ferdinand als 5. Kind der Eltern in der Wohnung des Erbprinzenpaares in Coburg, Steingasse 18 geboren. Getauft wurde er am 29.3 in der Ehrenburg zu Coburg.

Eltern: Prinz Friedrich Anton v. Sachsen-Coburg-Saalfeld und Augusta Carolina, Gräfin v. Reuss-Ebersdorf.
Bereits früh - wahrscheinlich schon bei dem Besuch seines Großonkels Friedrich Josias kurz nach der Geburt in Coburg - wurde der kleine Prinz für die militärische Laufbahn im kaiserlichen Heer vorgesehen.
Am 18.11.1798 ernannte ihn Friedrich Josias, FM im Ruhestand, zum Rittmeister in seinem Dragonerregiment (es war das 1802 aufgelöste DR Nr.5). Der Prinz versah mit seinen 13 Jahren allerdings nicht den aktiven Dienst.
Erst 1803 rückte er zum Heer ein und übernahm am 8.7.1803 den Dienst im Chevauxlegérregiment "Fürst Rosenberg" (später HR Nr. 16) als 2. Rittmeister.
Seine Grundausbildung erhielt er beim Regiment in Przestitz (P?eštice/CZ) und Klattau (Klatovy/CZ).
Den Winter 1803/1804 wollte Ferdinand in Coburg verbringen, wurde jedoch bereits nach zwei Wochen zu seinem Regiment berufen, das in Marsch gesetzt wurde. An Kriegshandlungen nahm er allerdings in diesem Jahr nicht teil.
Im Herbst 1804 wurde er zum Husarenregiment „Blankenstein“ (HR Nr. 6) im Rang eines Majors versetzt. Sein Regiment lag in Brandeis (Brandýs nad Labem/CZ). Den folgenden Winter verbrachte Ferdinand in Coburg.
Im Feldzug 1805 wurde Ferdinand mit seinem Regiment dem Korps des FML Baron Jellacic zugeteilt, daß Anfang September in der Nähe von Imst in Tirol stand. In den folgenden 6 Wochen waren einzelne Eskadronen an verschiedenen Orten eingeteilt um lertztendlich in die Gegend von Ulm zu marschieren. Nach der Kapitulation des Korps FM Mack bei Ulm, gelang es dem Regiment unter Führung seines Obristen Graf v. Wartensleben mit Klenau-Chevauxlegérs unter Graf Kinsky die französische Blockade durchzubrechen und mit geringen Verlusten am 20.11.1805 Eger (Cheb/CZ) zu erreichen. Ferdinand wurde zum Oberstlieutenant befördert.
Er begab sich danach nach Coburg, um sich vom herzoglichen Gestüt in Rodach neue Pferde zu beschaffen. Sein Regiment verbrachte die Friedensjahre zuerst in Klattau, kam 1807 nach Gross-Topolcsan in Ungarn und 1808 nach Gabel (Jablonné v Podješt?dí/CZ). Nur durch zwei kurze Besuche in Coburg unterbrochen, weilte Ferdinand in diesen Jahren bei seinem Regiment.
Nach dem sein Vater gestorben war, eilte Ferdinand nach Coburg, wo er am 5.1.1807 eintraf. Am 12.1.1807 wurde er dort mit seine Mutter Augusta zum Interimsregenten für den abwesenden, in Memel (Klaipeda/LT) an Nervenfieber erkrankten Herzog Ernst I. eingesetzt. Am 24.2.1807 reiste er zu seinem Regiment nach Ungarn zurück.

Anfang 1809 wurde Ferdinand zum Oberst des Husarenregiments „Erzherzog Ferdinand“ Nr. 3 ernannt. Sein neues Regiment rückte am 3.3.1809 aus seiner Garnison in Troppau (Opava/CZ) aus und wurde dem III. Armeekorps FML Prinz Hohenzollern zugeteilt. Ferdinand bewährte sich besonders am 18.4. im Gefecht bei Egolfsheim und wurde in der Relation des FML Prinz Hohenzollern löblich erwähnt.
In der Schlacht bei Aspern am 21.5. stand er mit seinem Regiment in der V. Kolonne unter FML Fürst Rosenberg-Orsini und bildete die Avantgarde beim Vorrücken. Auch an der folgenden Schlacht bei Wagram nahm Ferdinand mit seinem Regiment rühmlichen Anteil. Er selbst erlitt eine Verwundung.
Auf Druck Frankreichs (sein Herzogtum stand unter französischer Verwaltung) musste Ferdinand 1811 die Armee verlassen, in der er am 3.4.1811 den Rang eines Generalmajors erhalten hatte. Erst im Sommer 1813 nahm er seinen Dienst wieder auf. In der Schlacht bei Kulm (Chlum/CZ) am 30.8.1813 wurde er schwer verwundet.
Nach Beendigung der Napoleonischen Kriege erhielt Ferdinand für seine Verdienste in den vergangenen Feldzügen am 9.5.1815 den Militär-Maria-Theresienorden.
Am 6.3.1822 wurde Ferdinand vom Kaiser zum Inhaber des Ulanenregiments Nr. 2 ernannt.
Als Brigadier in Wien erreichte er am 28.12.1824 den Rang eines Feldmarschall-Lieutenant und wurde gleichzeitig Divisionär in Wien.
Zum 23.11.1828 wurde er Inhaber des Husarenregiments Nr. 8. Am 1.4.1830 wurde er dann beurlaubt. Er quittierte seinen Dienst im Heer endgültig am 3.4.1841. Kurze Zeit später, am 11.6.1841 (oder 13.6.) wurde Ferdinand noch zum General der Kavallerie ernannt.

Ferdinand heiratete am 2.1.1816 im Dom des hl. Stephan zu Wien die alleinige Erbin der Kohary Güter in Ungarn, Prinzessin Marie Antonia Gabriele v. Kohary, die er bei einem Fest in Wien kennen gelernt hatte. Die Hochzeit war katholisch und Ferdinand gründete so die katholische Linie des Hauses Sachsen-Coburg-Saalfeld-Kohary.
Traditionsgemäß heirateten die Kinder des Ehepaares in die höchsten Adelskreise Europas.
Ihr Sohn Ferdinand (*29.10.1816 in Wien, + 15.12.1885 in Lissabon) heiratete am 1.1.1836 Maria II. de Gloria, Königin von Portugal und wurde Titularkönig von Portugal.
Der zweite Sohn August (*13.6.1818 in Wien, +26.7.1881 in Ebenthal) heiratete1843 Clementine, Prinzessin v. Orleans. Deren Sohn Ferdinand (*26.2.1861 in Wien, +10.9.1948 in Coburg) wurde 1887 zum Fürst von Bulgarien gewählt, ab 1908 bulgarischer Zar.
Der dritte Sohn Leopold (*31.1.1824 in Wien, +20.5.1885 - nach anderen Quellen 19.5.1884 - in Wien) blieb unverheiratet und erreichte im österreichischen. Heer den Rang eines GM
Tochter Viktoria (*14.2.1822 in Wien, +10.11.1857 in Claremont) heiratete 1840 Louis d´Orléans Duc de Nemours.

Ferdinand Prinz Sachsen-Coburg-Saalfeld-Kohary starb am 27.8.1851 in Wien und ist im Mausoleum am Friedhof in Coburg begraben.
Seine Ehefrau Marie Antonia Gabriele starb in Wien 11 Jahre später, am 25.9.1862.

Harald Skala 06/2009

Quellen:
  • Jahrbuch der Coburger Landesstiftung 1995, Coburg. Dez. 1995
  • Zborník múzea vo Sv. Antone, Jhg. XVI, Banská Bystrica/SK, 2004
  • A. V. Wrede, „Geschichte der K. u. K. Wehrmacht“, Wien, 1898 – 1905
  • A. v. Thürheim, „Die Reiterregimenter der k. k österr. Armee“ Wien, 1862
  • C. Pizzighelli, „Geschichte des k. u. k HR. Wilhelm II v. Württemberg Nr.6“, Rzeszów 1897
  • A. v. Treuenfest, „Geschichte des K. u. K. Husarenreg. Nr. 3“, Wien, 1893
  • Portrait: SNM Museum in Sv. Anton/SK, kolorierte Litographie, 18 x 14 cm, unbekannter Maler

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