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Browne,
Maximilian Ulysses Reichsgraf, Baron de
Camus und Mountany
23. Oktober 1705 Basel - 26. Juni 1757 Prag, k. k. Feldmarschall. B
entstammt einer alten irischen Familie. Sein Vater
Ulysses war Anhänger des englischen Königs Jakob II. 1805
erhielt er
aud Empfehlung des Herzogs von Marlborough ein k. k. Obristenpatent und
wurde Inhaber eines Kürassier-Regiments.
Auf der Reise zu seinem neuen Regiment gebar seine Frau in Basel den
Sohn Maximilian Ulysses. 1716 wurde der Vater
gemeinsam
mit seinem Bruder Georg in den Reichsgrafenstand erhoben. Unter diesem
Onkel Georg, zuletzt Feldzeugmeister, erhielt B frühzeitig seine
militärische
Ausbildung. Er war seit 1732 Oberst und Regimentskommandant des
Infanterie-Regiments
seines Onkels (Nr. 57) und nahm am Feldzug in Italien 1734 teil. In
diesem
und im folgenden Feldzug konnte sich B mehrmals auszeichnen und
rückte
1735 zum Generalfeldwachtmeister auf. 1737 wurde er Inhaber des
späteren
Infanterie-Regiments Nr. 37 und focht bis 1739 gegen die Türken.
1739
zum Feldmarschall-Leutnant avanciert, war er 1740 kommandierender
General
in Schlesien. Als solcher hatte er mit unzureichenden Mitteln 1741 nach
dem preußischen Einmarsch F. entgegenzutreten. B war gezwunge,
den
Rückzug nach Mähren anzutreten. Nun unter den Befehl des
Grafen
Neipperg gestellt, kommandierte er bei Mollwitz den rechten Flügel
mit viel Umsicht. In den folgenden Jahren wirkte B an verschiedenen
Fronten
und wurde mehrmals für diplomatische Missionen eingesetzt. 1745
zum
Feldzeugmeister befördert, wurde er 1746 nach Italien versetzt.
Zuerst
noch unter anderen Oberbefehlshabern kämpfend, prägte B doch
entscheidend die Feldzüge der folgenden Jahre in Italien.
Wesentlichen
Anteil hatte er am Sieg bei Piacenza und an der Einnahme von Genua.
Ende
1746 erhielt er den Oberbefehl über die Truppen, die in
Südfrankreich
einmarschierten. Der Verlust von Genua nötigte ihn jedoch wieder
zum
Rückzug, dessen Ausführung ihm Bewunderung in ganz Europa
eintrug.
Nach dem Aachener Frieden 1748 wurde er mit der Regelung der
Friedensbedingungen
in Italien betraut. 1749 erhielt B das Generalkommando in
Siebenbürgen
und 1751 das in Böhmen. Hier widmete er sich vor allem der
Ausbildung
der Truppen nach den neuen „Daun’schen“ Reglements von 1749. 1753 zum
Feldmarschall
ernannt, war es wiederum B, der dem ersten Angriff der Preußen
1756
entgegenstand. B, mit dem Ziel, die sächsische Armee zu entsetzten
oder ihr eine Auffangstellung zu bieten, lieferte F. am 1. Oktober bei
Lobositz eine Schlacht. Zwar zog er sich vom Schlachtfeld in seine
vorherigen
Quartiere zurück, doch keineswegs als Geschlagener. F. mußte
zugeben, es nicht mehr mit den alten Österreichern zu tun zu
haben.
Durch einen Vormarsch von etwa 8000 Mann nach Schandau versuchte B
nochmals
die sächsischen Truppen zu retten, was durch die Unfähigkeit
der sächsischen Armeeführung fehlschlug. 1757 wurde dem
Prinzen
Karl von Lothringen das Oberkommando übertragen, was für B
eine
schmerzliche Zurücksetzung gewesen sein dürfte. Er bat aber
trotzdem
um ein Kommando unter dem Prinzen. B wurde 1757 vom preußischen
Einmarsch
in Böhmen überrascht. Doch war bei Prag ein Sieg der
österreichischen
Waffen greifbar nahe. B befehligte den rechten österreichischen
Flügel
und schlug alle preußischen Angriffe zurück. Im Begriff,
seine
Grenadiere zum Gegenangriff zu führen, wurde er verwundet. Doch
die
Entscheidung fiel am linken Flügel zugunsten der Preußen.
Einige
Wochen später erlag B seiner Wunde und der Schwindsucht, an der er
schon seit längerer Zeit litt.
B gehörte unbestritten zu den fähigsten Feldherren seiner Zeit. Mit sicherem Urteil konnte er eine militärische Lage einschätzen. Er zeichnete sich durch Entscheidungsfreudigkeit und für seine Zeit außerordentlich offensiven Geist aus. Gleichzeitig war er vorsichtig, seine Rückzüge, vor allem der aus Südfrankreich 1747, gelten im Verständnis seiner Zeit als Meisterleistungen. Trotzdem blieb er gerade hier Soldat des 18. Jahrhunderts, abhängig von der Magazinverpflegung. Die Nutzung der Ressourcen des besetzten Landes war ihm fremd. Dagegen forderte er von sich und seinen Soldaten Leistungen, die später für die Züge Napoleons charakteristisch wurden. B fiel es schwer, sich anderen Befehlshabern unterzuordnen, die oftmals nicht auf Grund besserer Fähigkeiten, sondern ihrer Verbindungen oder der Anciennität wegen, ihre Posten erhielten. Vom Hofe zwar geehrt, fehlte ihm in entscheidenden Momenten jedoch von dort der nötige Rückhalt. Lit.: Allgemeine Deutsche Biographie, Band 3, Leipzig
1876.
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