1735 trat G in das königliche Artillerie-Regiment
zu Paris ein. 1735 zum Offizier ernannt, spezialisierte er sich für
das Mineurkorps, in dem er 1752 zum Kapitän aufrückte. Vor dem
Siebenjährigen Krieg erhielt er den Auftrag, die preußische
Artillerie zu studieren. Zu diesem Zweck reiste er nach Preußen
und nutzte die Gelegenheit, auch die preußischen Grenzfestungen zu
besichtigen. Maria Theresia hatte den französischen König zu
Beginn des Siebenjährigen Krieges um Artillerie- und Genie-Offiziere
gebeten. In diesem Zusammenhang wurde G 1758 als Generalmajor in österreichische
Dienste übernommen. Nun kam ihm die Kenntnis der preußischen
Festungen zugute. G befehligte 1758 die kaiserliche Artillerie bei der
Belagerung von Neiße, 1759 wirkte er bei der Verbesserung der Festungswerke
von Dresden, und 1760 leitete er die Belagerung von Glatz. Besondere Verdienste
erwarb sich G 1761 bei der Verteidigung von Schweidnitz. Hier war er seinem
Landsmann Lefebvre überlegen, der sich durch seine theoretischen Schriften
über den Mineurkrieg einen Namen gemacht hatte. Auch F. würdigte
G durch die Anerkennung seiner Leistungen bei der Verteidigung von Schweidnitz,
durch die die Einnahme von Schweidnitz so wesentlich behindert worden war.
F., zuerst sehr verärgert über ihn, zog dann doch den ebenfalls
in Gefangenschaft geratenen G. an seine Tafel. Maria Theresia ernannte
G zum Feldmarschall-Leutnant und verlieh ihm das Großkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens,
jedoch unter dem Vorbehalt, in kaiserlichen Diensten zu bleiben und das
Großkreuz des französischen Ludwigs-Ordens abzulegen. G lehnte
jedoch ab und ging 1763 zurück nach Frankreich, wurde dort 1764 Generalleutnant
und 1776 General-Inspekteur der Artillerie.
G gehörte zu den bedeutendsten Artilleristen und
Ingenieuroffizieren des 18. Jahrhunderts. Er entwickelte das Mineurwesen
und die Artillerie auf technischem Gebiet mit zahlreichen wesentlichen
Verbesserungen weiter. Seine Entwicklungen sind in mehreren Werken veröffentlicht.
Die Verbesserungen an der Artillerie führten in Frankreich zur Einführung
des Geschützsystems Gribeauval, welches sich später unter Napoleon
I. bewährte.
Lit.: Allgemeine Deutsche Biographie, Band 9, Leipzig 1879.
Alten, Georg von: Handbuch für Heer und Flotte, Band 4, Berlin 1912.
Hirtenfeld, Joseph: Der Militär-Maria-Theresien-Orden und seine Mitglieder, Wien 1857.
Tables de Constructions des
principaux attirails de l’artillerie, proposées et eprouvées
depuis 1764 jusqu’en 1789 par M.
de Gribeauval, exécutées et recueillies par M de Mauson,
maréchal de champ, et par plusieurs autre officiers du corps
royal d’artillerie de france.
Impr. et grav. par ordre du roi, Paris 1792.
![]()
![]() |
![]() |
![]() |
|
|
|
|