Franz Leopold Balthazar Frhr. v. Czungenberg
K. u. K. österreichischer Feldmarschall - Lieutenant

Geboren 1676 in Ofen, gestorben 17.2.1735. Vater: Mehmed Colak (ungarisch Csonka-beg), Truppenführer der türkischen Soldaten in der Festung Buda.
Am 2.9.1686 bei der Erstürmung von Buda durch die Österreicher mit seinem Sohn in Gefangenschaft geraten. Beide traten zum kath. Glauben über. Der Vater nahm den Namen Joseph Balthazar an, der Sohn Franz Leopold Balthazar, der Familienname wurde in Czungenberg (auch Zungenberg geschrieben) geändert.
1702 stellte Joseph B. Czungenberg auf Betreiben Prinz Eugen v. Savoyen eines der 5 (iregulären) Husarenregimenter auf (965 Mann mit 725 Pferden).Das Regiment wurde 1706 aufgelöst, die Mannschaften in die HR Nr.3, 8 und 9 inkorporiert.

Sohn Franz erhielt in Wien auf Kosten des Kaisers eine sorgfältige Erziehung, diente dann zuerst im 1688 von Graf Czobor errichteten Husarenregiment unter Graf Ebergényi. Kämpfte mit ihm im spanischen Successionskrieg wo er sich auszeichnete und am 10.6.1709 in den (ungarischen) Freiherrenstand erhoben wurde. Ab 1716 an der Front gegen die Türken nahm er mit dem Regiment an den Gefechten bei Peterwardein, Temesvár und Orsova teil. Das Regiment wurde dann 1718 nach Sizilien verschifft, kämpfte dann in Korsika, wo er bereits als General die HR Esterházy und Czungenberg befehligte.

1730 wird er Inhaber des Regiments Nr.8 (Splényi).

Aus Dankbarkeit ließ er darauf zum Gedächtnis an Kaiser Leopold I. zwischen Wiener Neustadt und Solenau eine Kirche bauen und machte in Wiener Neustadt große Fundationen (im dortigen Rathaus hängt noch sein Portrait in Öl).

Sein Husarenregiment war ab 1734 an der italienischen Front, focht bei Parma, Quistello, Guastalla und verfolgte den Feind bis Bologna. Franz starb beim Übergang des Oglio an einem Schlagfluss un ist in Klausen/Südtirol begraben. Er hinterließ seiner kinderlosen Witwe, Eva v. Kellió die Herrschaft Branitsa im Neograder Komitat, die er früher von Gräfin Czoher käuflich erworben hatte. 

Seine Offiziere ließen im Gedenken an ihren beliebten Vorgesetzten in Klausen an der Kirchenmauer ein Grabmonument mit lateinischer Inschrift anbringen.

Harald Skala
Quellen:
  • Siebmachers Wappenbuch, Nachdruck 1982, Verlag Bauer & Raspe, Neustadt a. d. Aisch Bd.33
  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K.u.K Wehrmacht, Wien 1898-1905, Bd. III
  • Gustav, Ritter Amon v. Treuenfest, Geschichte des K.u.K Husarenregimentes Alexander, Frhr. v Koller Nr.8, Wien, 1880
  • György Ságvári, Das Buch der Husaren, Magyar Könyvklub Verlag, Budapes, 1999
  • Unterlagen aus dem Österreichisches Kriegsarchiv, 1030 Wien, Nottendorfgasse 2

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