Franz Leopold v. Nádasdy auf Fogaras
Banus von Kroatien, k. k. Feldmarschall, Träger des Grosskreuzes des Maria-Theresia-Orden


Die Nádasdys sind eines der ältesten ungarisch-siebenbürgischen Adelsgeschlechter.
Bereits im Anbeginn des zweiten Jahrtausend siedelten sie in Kroatien, im Gebiet von Agram (Zagreb/HR). Ihr ursprünglicher Familienname war Probartis. Erst nach Erwerb der Güter um Nádasd in Ungarn änderte die Familie im 13. Jh. ihren Namen und schrieb sich seither "von Nádasd".
Viele hohe geistliche Würdenträger Ungarns und berühmte Kriegsleute trugen den Namen Nádasdy. Sie kämpften in den Türkenkriegen des 16. Jh. in denen einige ihr Leben ließen. Hervor zu heben ist auch Thomas Nádasdy, genannt "der große Palatin".
Der Großvater unseres Helden, Franz (III) Nádasdy, war in die sogen. "Wesselény - Verschwörung verwickelt, wurde auf seinem Schloss in Pottendorf bei Güns (Gönc/HU) gefangengenommen, zum Tode verurteilt und im April 1671 in einem Saal des Wiener Magistratgebäudes enthauptet. Die meisten Güter der Familie wurden von der Krone einbezogen und Teils an Ausländer verschenkt.
Die 11 Söhne des - damals reichsten Magnaten Ungarns - blieben mittellos. Sie meisterten jedoch ihr Schicksal und errangen hohe Würden in der Verwaltung und der Kirche.
Einer von ihnen, Franz (IV.) Nádasdy, erreichte in der kaiserlichen Armee den Generalsrang und wurde Inhaber eines der ersten regulären Husarenregimenter (das 1688 von Graf Czobor gegründete HR, dessen Inhaber er von 1714 bis zu seiner Auflösung 1721 war). Er war drei Mal verheiratet, aus seiner letzten Ehe mit Rosa, Gräfin Schrattenbach stammte unser Held.

Franz Leopold, Graf Nádasdy wurde am 30.9.1709 (oder 1708) - nach den meisten Historikern - in Radkersburg/Steiermark geboren. In den Musterlisten des Husarenregiments Nr. 9, dessen Inhaber er später wurde, ist jedoch als Geburtsort "Ober Limbach" angegeben. Diesen Ort gelang es nicht eindeutig zu lokalisieren. Wahrscheinlich handelt es sich um "Felsö-Lendva" im ehem. Komitat  Eisenburg (Vás).
Wo Graf Franz seine Erziehung genoss, konnte nicht festgestellt werden.

In welchem Jahr Graf Franz in das k. k. Heer eintrat ist auch nicht genau belegt (die Historiker geben an "...in früher Jugend.."). Auch in welchem Regiment er anfangs diente ist nicht bekannt. Sehr wahrscheinlich trat er um 1726 in das Husarenregiment
J. Splényi (ab 1730 "L. Czungenberg") ein. Das Regiment stand bis 1730 in den ungar. Komitaten Gomör und Szabolcz. Ende dieses Jahres wurden 2 Eskadronen, bei denen auch Graf Franz war, unter OWM Forgách nach Korsika in Marsch gesetzt und machten den dortigen Feldzug mit. Bereits hier zeichnete sich der junge Nádasdy durch Tapferkeit und Umsicht aus, so dass er schnell die Kariereleiter emporstieg.
1734 war das ganze Regiment - bereits unter seinem neuen Inhaber Leopold, Frhr. v. Czungenberg - in Norditalien, Graf Franz hatte inzwischen den Rang eines Oberlieutenants erreicht.
Ende April rückte die kaiserliche Armee, deren Oberbefehl FM F. C. Graf Mercy hatte, über den Po. Die Czungenberg Husaren bildeten die Vorhut. Am 3.5. erreichte die Vorhut S. Benedetto, wo ihr ein großes Magazin der Franzosen in die Hände fiel. Während des weiteren Vormarsches gegen Parma wurden die Czungenberg Husaren - in mehrere Detachements aufgeteilt - auf Rekognoszierung geschickt, wobei sie kleinere Gefechte mit dem Feind bestanden. Bei den Kämpfen um die Stadt Colorno am 1.6. erhielt das Regiment den Befehl, gemeinsam mit 500 Karabiniers und Grenadieren zu Pferd den weichenden Franzosen den Weg zur Brücke über den Fluss Parma zu verlegen. Die Aktion gelang jedoch erst, als die Franzosen das rechte Parmaufer gänzlich geräumt hatten.
Am 29.6. kam es zu der - für die Kaiserlichen unglücklichen - Schlacht bei Parma.
Das Regiment griff erst in den Nachmittagsstunden in die Kämpfe ein, als es mit dem Dragonerregiment. Jörger und 3 Infanteriebataillons die Brücke der Via Cava überschritt und das Gelände bis an den Naviglio di Taro besetzte, griff aber in das weiter Geschehen nicht mehr ein. Nach der verlorenen Schlacht zog auch das Regiment Czungenberg nach Monte Chiarguolo.
An dem folgenden Überfall auf Quistello nahm das Regiment rühmlich teil und verfolgte die geschlagenen Franzosen bis Luzzara. Anschließend bezogen die Husaren Posten vor Guastalla, um den Feind zu beobachten.
Graf Franz nahm mit seinem Regiment auch an der Schlacht bei Guastalla am 19.9. teil. Das Regiment erkundete vor der Schlacht das Terrain und die feindlichen Stellungen, war aber in der Schlacht selbst nicht involviert. Ende Oktober bezog das Regiment Quartiere in der Nähe von Acquanegra.
In diesem Jahr muss Nádasdy zwei Mal befördert worden sein, die Regimentsgeschichte des HR Nr. 8 vermerkt, dass er Ende 1734 vom Obristlieutenant zum Obrist und Kommandant des Regiments ernannt wurde.
Auch 1735 blieb Nádasdy mit seinem Regiment in Norditalien. Am 4.5. griff Nádasdy zwischen Solara und Camposanto mit 60 Husaren einen franz. Posten an und machte einige Gefangene.
Er machte dann den Rückzug der Armee nach Tirol mit. L. v. Czungenberg starb am 17.2. beim Übergang des Oglio, am 2.5. wurde Emerich Dessewffy zum neuen Inhaber ernannt, Nádasdy blieb weiterhin Kommandant des Regimentes.
Am 15.6. zeichnete sich Nádasdy mit 400 seiner Husaren im Gefecht bei Goito aus, wo er mit 500 Kürassieren des Obristen St. Pierre 6.000 Franzosen, die über den Mincio vorrücken wollten, zurückschlug. Auch im weiteren Verlauf des Feldzuges zeichnete sich Nádasdy als erfolgreicher "Partheigänger" noch mehrmals aus.
In der zweiten Jahreshälfte marschierte das Regiment durch das Pustertal nach Kärnten, von wo es erst Ende September wieder in die Umgebung von Limena kam.
Über diesen überaus beschwerlichen Marsch liegt im KA Wien eine Relation des Regimentsinhabers, Graf Emerich Dessewffy an Eugen v. Savoyen, datiert am 14.7.1735, vor.
Unter FML Prinz Hildburghausen suchten die Husaren eine Furt über die Brenta um der Armee den Übergang zu sichern. Ende November gelang den Husaren noch eine Aktion gegen die Spanier, bei der sie bis Bologna kamen.

Anfang Januar 1736 wurde ein Waffenstillstand ratifiziert, das Regiment bezog Friedensquartiere in der Lombardei, Nádasdy begab sich auf seine Güter in Ungarn

1739 wurde F. Nádasdy als Obrist und Kommandant zum Husarenregiment "Csáky" (später Nr.9) übersetzt. Sein neues Regiment lag damals in Warasdin.
Am 31.8.1741 wurde er zum General-Feldwachtmeister befördert und zur Armee nach Mähren berufen.
Nach dem Graf Csáky gestorben war, wurde Nádasdy mit Patent vom 4.12.1741 zum Inhaber des vacanten Regiments ernannt. Er blieb sein Inhaber bis zu seinem Tode, also volle 42 Jahre.

Nach Ausbruch des 1. Schlesischen Krieges zog Nádasdy mit seinem Regiment zur Armee FM Neippergs, passierte Ende Januar Wien und erreichte Anfang Februar Neutitschein (Nový Jičin/CZ). Bereits kurz danach beteiligte er sich an einigen erfolgreichen Aktionen des "Kleinen Krieges", so am 6.2. beim Überfall eines preussischen Konvois bei Neisse. Im März stand sein Regiment in der Umgebung von Fulnek (CZ). An der unglücklichen Schlacht bei Mollwitz am 10.4. nahm nur eine Abteilung des Regiments unter den Rittmeistern Werner und Pásztory teil, Nádasdy blieb mit dem Rest des Regiments in Mähren.
Anschließend erhielt das Regiment den Befehl die preussischen Verbindungen zwischen Ohlau und Breslau zu unterbrechen. Als ein ca. 8.000 Mann starkes feindliches Korps anrückte, zog sich Nádasdy nach Münsterberg zurück.
Am 20.10. marschierte das Regiment zum Korps Lobkowitz nach Böhmen, vereinigte sich mit diesem bei Beraun (Beroun/CZ) und bestand ein Gefecht bei Neuhaus (Jindrichuv Hradec/CZ). Im Dezember wurden Winterquartiere bei Iglau (Jihlava/CZ( bezogen, Nádasdy selbst kehrte auf seine Güter in Ungarn zurück.
Im April 1742 verfolgte das Regiment unter Befehl des Obristen Skerlecz die Preussen gegen Znaim (Znojmo/CZ). Nádasdy übernahm das Kommando über die Vorhut der Hauptarmee, bestehend aus seinem Regiment und Dessewffy Husaren Ende April. Die Armee zog in die Nähe von Chrudim, wo die Husaren Kundschafterdienste verrichteten.
Am 16.5. erhielt Nádasdy den Befehl, gegen Kuttenberg (Kutná Hora/CZ) vorzurücken. Nach einem anstrengenden Nachtmarsch erreichte er gegen Morgen Kuttenberg, wo er auf starke feindliche Kräfte stieß, deren Anwesenheit er dem Armeebefehlshaber sofort melden ließ. Inzwischen war es zur Schlacht zwischen der Hauptarmee unter Karl v. Lothringen und den Preussen bei Chotusitz gekommen, deren Kanonendonner Nádasdy hörte. Nach kurzer Rast eilte das Regiment gegen Chotusitz, wo es im Rücken der preussischen Kavallerie auftauchte. Nádasdys Reiter schlugen die Preussen in die Flucht und verfolgten sie bis Kuttenberg wobei mehr als 2.000 Pferde erbeutet wurden. Als Nádasdy mit seinen Husaren zurückkehrte, erfuhr er, dass Karl v. Lothringen die Schlacht verloren hatte und trat mit den Resten der geschlagenen Armee den Rückzug an.
Bereits am 5.6. stand Nádasdy mit seinen Husaren bei Moldauthein (Týn nad Vltavou/CZ) und überfiel dort französische Einheiten, die sich bereits auf dem Rückzug befanden. Er verfolgte sie bis Pisek. Die Stadt war von 500 Franzosen unter Oberst Arras besetzt. Der lehnte es ab, sich "nur" Husaren zu ergeben. Darauf hin sprengten die abgesessenen Husaren das Stadttor, drangen in die Stadt ein und nahmen die ganze Besatzung gefangen. Große Vorräte an Proviant und Munition fielen Nádasdy in die Hände. Anschließend eilten die Husaren dem sich auf dem Rückzug befindlichen Gros der Franzosen nach und erbeuteten noch ihre Kriegskasse mit 3 Millionen Livres. Über Pilsen rückte Nádasdy bis vor Prag, wo er mit seinen Husaren an der Einschließung der Stadt teilnahm. Als im September ein französisches Entsatzheer über Nürnberg anrückte, zog ihm ein Teil des Belagerungsheeres entgegen. Nádasdy mit seinen Husaren bildeten die Vorhut. Die Franzosen wurden durch die Oberpfalz an die Donau zurückgedrängt. Mitte Dezember wurden Winterquartiere bezogen, das Regiment stand auf Postierung zwischen Fürstenzell und Schärding.

Während der Wintermonate ließ Nádasdy die Adjustierung des Regiments ändern, die Husaren erhielten grüne Dolmans und Pelze sowie blaue Hosen (nur die Offiziere trugen weiter rote Hosen). Die Verschnürung war rot (bei Offizieren golden).



Sammlung Schloß Betliar/ SK
Federzeichnung von Mraz

Auch im Jahre 1743 war Nádasdy der in Bayern operierenden Armee zugeteilt. Er befehligte ein kleines Korps, bestehend aus seinem Husarenregiment und den Ghilányi Husaren.  Anfang  Mai  marschierte er als Vorhut der Armee von Pfarrkirchen Richtung Simbach. Unterwegs überfielen die Husaren eine französische Einheit und nahmen den berühmten franz. Partheigänger La Croix mit einigen Offizieren und Mannschaften gefangen.
Während des Gefechtes bei Simbach am 9.5. gelang es seinen Husaren dem bayerischen Dragonerregiment Hohenzollern in die Flanke zu fallen womit sie nicht unbedeutend zum Sieg der Kaiserlichen beitrugen. Nádasdy verfolgte die flüchtende bayrische Infanterie bis zu den Toren Braunaus und nahm ca. 800 gefangen.
Am 26.5. griff eine 600 Mann starke bayrische Reitereinheit, welche die Stärke Nádasdys unterschätzt hatte, bei Dorfen an. Die beiden Husarenregimenter zersprengten die Bayern und machten viele Gefangene.
Mitte Juni zog Nádasdy über München gegen Friedberg, um die dortigen Magazine zu beschlagnahmen. Der bayrische Kommandant lehnte eine Übergabe der Stadt ab, fing jedoch an, seine Truppen abzuziehen. Die Husaren trieben die Bayern in die Stadt zurück. Die Garnison (1.200 Mann) ergab sich Nádasdy wenige Tage später.
Die Franzosen traten nun den Rückzug an den Rhein an, verfolgt von 7 Husarenregimentern, bei denen auch Nádasdy war. Am 5.7. wurde die Nachhut bei Esslingen erreicht, die Husaren fügten den Franzosen beträchtliche Verluste zu. Den Husaren gelangen noch mehrere ähnliche Aktionen, bis die Franzosen am 18.7. bei Speyer den Rhein überschritten.
Nádasdy erhielt den Befehl mit seinen leichten Truppen die Gegend nördlich Karlsruhe zu beobachten. Ende August wurde Nádasdy mit seinen 2 Husarenregimentern nach Eimeldingen verlegt. Die Kaiserlichen hatten einen Übergang über den Rhein geplant
(an dem Plan war Nádasdy maßgeblich beteiligt), was jedoch nicht gelang. Ende Oktober begann der Rückmarsch in die Winterquartiere, Nádasdys Husarenregiment bezog Postierung in der Umgebung von Basel. Nádasdy selbst verbrachte den Winter auf seinen Gütern in Ungarn.

Am 2.1.1744 wurde Nádasdy zum Feldmarschall-Lieutenant ernannt und kehrte am  26.5.1744 in das Lager bei Bruchsal zurück, in dem inzwischen auch sein Regiment angekommen war. Er erhielt den Befehl über 4 Husarenregimenter und einige leichte ungarische Infanterie (außer seinen Husaren noch die HR Ghilányi, Anton Paul Esteházy, Karlstädter Grenzhusaren, das Freikorps des Oberst Menzel, Karlstädter Grenzinfanterie und das Aufgebot der Komitate Komorn, Maros und Theiß, endlich das Dragonerregiment D´Ollone). Anfang Juni sollte der bereits 1743 geplante Rheinübergang stattfinden. Zur Maskierung des Überganges sollte Nádasdy eine Reihe kleinerer Gefechte bei Philippsburg führen. Bei einem dieser Gefechte wurde sein Pferd unter ihm erschossen. Seine Truppen schlugen in der Nacht vom 30.6. bei Schröck (manchmal auch "Schreck" geschrieben) eine Brücke über den Fluss, überquerten in den Morgenstunden den Rhein und stürmten sofort weiter. Bei einer Rekognoszierung des Rheins an der Kuhkopfau am 25.6.wurde der berühmte "Partheigänger" Oberst Johann Daniel v. Menzel von einer französischen Schildwache erschossen.
In den nächsten Tagen besetzte Nádasdy Lauterburg, Weissenburg und Schweigen. Die Hauptarmee konnte nicht so schnell folgen, die Franzosen zogen größere Kräfte zusammen und Nádasdy musste zurückgehen. Weissenburg wurde wieder von den Franzosen besetzt. Die Franzosen zogen sich danach in den Elsass zurück, dauernd von Nádasdys Truppen bedrängt. Bei diesen Gefechten zeichneten sich seine leichten Truppen besonders aus, was auch von Maria Theresia persönlich anerkannt wurde.
Am 24.7 erkrankte Nádasdy und blieb bis 14.8. der Armee fern um sich gesund zu pflegen. Nach Zerstörung der Rheinbrücken zog die Armee nach Böhmen, Nádasdy befehligte wieder mit seinem Regiment und den Ghilányi Husaren die Vorhut.
Als die Nachricht kam, dass die Bayern Amberg bedrohten, wurde die Vorhut dorthin beordert. Nádasdy trieb die Bayern zurück und nahm die von ihnen kassierte Kontribution von 100.000 fl. weg.
Ende September erreichte er Waldmünchen, wo er vom Fall Prags erfuhr. König Friedrich II. rückte mit der Hauptarmee gegen Tabor.
Der Oberbefehlshaber der Kaiserlichen, Prinz Karl v. Lothringen traute sich nicht, den Preussen eine Schlacht zu liefern. Nádasdy bekam den Befehl mit seinen Husarenregimentern und leichten Truppen das Lager des Königs einzuschließen und ihn von seinen Versorgungslinien abzuschneiden. Dies gelang volkommen. Verpflegungsschwierigkeiten, Krankheiten und Desertion veranlassten die Preussen bald den Rückzug gegen Beneschau (Benešov/CZ) anzutreten. Während des Rückzuges wurden die Preussen durch schnelle Überfälle der Husaren dauernd belästigt. Friedrich zog über Kolin hinter die Elbe. Die Kaiserlichen versuchten in der Nacht vom 14.11. über die Elbe zu folgen, wurden jedoch zurückgeschlagen. Erst der 2. Versuch bei Elbe-Teinitz (Týnec nad Labem/CZ), den Nádasdy mit einem Scheingefecht bei Kolin maskierte, gelang. Die Preussen sammelten sich bei Königgrätz (Hradec Králové/CZ). Der König war immer noch ohne jegliche Nachrichten von seinen detachierten Einheiten, Nádasdys Husaren fingen alle Kuriere ab. So entschloss sich Friedrich II. Böhmen gänzlich zu räumen und trat am 25.11. in mehreren Kolonnen den Rückzug an. Nádasdy verfolgte die Kolonne des GM Dumoulin, die gegen Liebau zog und fügte ihr große Verluste zu. Am 7.12. überfiel Nádasdy die Nachhut des Königs bei Braunau (Broumov/CZ) und drängte sie von der Straße ab, so dass sie auf Seitenwegen durch das Gebirge musste.
Die Kämpfe mit den Preussen zogen sich bis Mitte Februar 1745 hin. Erst dann konnten die Husaren an der böhmisch schlesischen Grenze Kantonierung beziehen.

Anfang Mai 1745 begann der neue Feldzug. Nádasdy wurde - außer seiner Husaren
noch ein Bataillon Temesvárer Miliz und eine Abteilung kroatischer Grenzinfanterie unterstellt. Mit ihnen zog er am 20.5. über Braunau (Broumov/CZ) gegen Schweidnitz (Swidnica/PL). Nach dem stärkere preussische Einheiten bei Landeshut (Kamenia Góra/PL) gemeldet wurden, erhielt Nàdasdy noch 2 Bataillone und die Husarenregimenter Ghilányi und P.A. Esterházy, um gegen die Preussen vorzurücken.
Am 21.5. kam es bei Reichhennersdorf (Przedwojów/PL) zu einem Gefecht mit den von Gen. Winterfeld befehligten Preussen. Die Kämpfe dauerten von 5 Uhr bis 14 Uhr, Nádasdy musste endlich der preussischen Übermacht weichen und zog seine Truppen nach Schönberg (Chelmsko/PL) zurück.
Die Hauptarmee unter Karl v. Lothringen marschierte nun gegen Hohenfriedeberg (Dobromierz/PL), Nádasdys Truppen wieder als Vorhut. Seine Kundschafter meldeten, dass die Preussen kampfbereit bei dem Ort stehen, Karl glaubte jedoch dieser Nachricht nicht und wähnte den Feind beim Rückzug nach Breslau.
So wurden die Kaiserlichen am 4.6. in den Morgenstunden von den angreifenden Preussen völlig überrascht. Gegen 9 Uhr hatten die Preussen gesiegt, Nádasdy, der während der Schlacht mit seinen Einheiten auf den Höhen von Freiburg (Swiebodzice/PL) stand, deckte den Rückzug der geschlagenen Armee. Anschließend blieb er mit seinen 3 Husarenregimentern bei Landeshut stehen. Von dort wurde er von überlegenen preussischen Einheiten unter Gen. Dumoulin vertrieben. Gen. Winterfeld mit preuss. Husaren verfolgte ihn. Nádasdy ließ die Preussen herankommen und trieb sie in die Flucht. Bei Reichhennersdorf holte jedoch Winterfeld die langsam marschierenden Nádasdy´schen Truppen mit frischen Kräften ein. Im folgendem Kampf gelang es den Preussen ihre Gefangenen zu befreien,  der Kommandant der Nádasdy-Husaren, Oberst Skerlécz wurde getötet.
Nádasdy zog nun über Adersbach nach Böhmen. In der Nacht vom 24.7. überfiel er auf einem Streifzug ein in Opotschno (Opočno/CZ) stehendes preussisches Bataillon, vertrieb es und kam mit 60 erbeuteten Pferden wieder zurück.
Vom  August bis Ende September bewegte sich Nádasdy mit seinen Truppen in Ost-Böhmen und fügte den Preussen im "Kleinen Krieg" beträchtliche Verluste zu.
Karl v. Lothringen entschloss sich, König Friedrich II. bei Trautenau (Soor) eine Schlacht zu liefern. Die anfangs überraschten Preussen sammelten sich rasch und blieben Sieger.
Nádasdy hatte den Befehl, mit den ihm unterstellten Truppen (zusätzlich durch Panduren des Obristen Franz v. d. Trenck verstärkt) den Preussen in den Rücken zu fallen. Er rückte also über Raatsch (Radeč nad Úpou/CZ) vor. Seine Einheiten stießen zuerst auf den preussischen Train und anschließend auf das Lager, das frühmorgens von den Preussen eiligst verlassen wurde.
Das war eine begehrte Beute, der Nádasdys Truppe nicht widerstehen konnte! Die Soldaten begannen zu plündern. Unter anderem fiel ihnen das ganze Gepäck des Königs in die Hände, samt seinen beiden Sekretären, dem Leibarzt und seiner Lieblingshündin "Biche".
Nádasdy und seinen Offizieren gelang es nicht, die Mannschaft zum weiteren Vorrücken zu bewegen.
Für die verübten Exzesse (auch wehrlose Männer wurden niedergemacht und die im Lager befindlichen Weiber "malträtiert) wurde später Beschwerde geführt, Nádasdy entschuldigte sich schriftlich bei Maria Theresia. Bereits am 30.9. kurz nach der Schlacht hatte er an das Hauptquartier geschrieben:
"....Die Beute, so die Leute gemacht, ist remarquable, allein solche hat unsere Leute auch verdorben, denn sehr viel Wein dabei gewesen..."
Nádasdy blieb in der Nähe des preussischen Lagers, die Hauptarmee zog gegen Königgrätz.
Der Feldzug war aber noch nicht zu Ende. Nádasdy bekam den Befehl den weiteren Marsch der Armee nach Schlesien zu decken. Er zog über Friedland (Frýdlant/CZ), seine Husaren streiften bis Lauban (Lubán/PL) und Hirschberg (Jelenia Góra/PL).
Nach dem Friedrich II. die Sachsen bei Katholisch-Hennersdorf (Henryków Lubanski/PL) geschlagen hatte, zog sich das kaiserliche Heer nach Zittau zurück und am 28.11. bis Gabel (Jablonné v. P./CZ), von Nádasdy parallel begleitet.
Karl v. Lothringen marschierte Anfang Dezember mit dem Hauptheer gegen Dresden, Nádasdy blieb mit 3 Bataillonen und seinem Husarenregiment in Zwickau, um später bei Aussig die Elbe zu überschreiten. In Lauenstein blieben seine Einheiten stehen. Mitte Dezember kam es bei Dresden zu Kämpfen, auch Nádasdy wurde dahin beordert. Er erreichte das Heer am 15.12. spät Abends und wurde sofort zur Nachhut eingeteilt.
Am nächsten Tag, bei strengem Frost, begann der Abmarsch der Sachsen und Kaiserlichen. Nádasdy blieb vorerst auf seinem Platz und beobachtete die Preussen.
Dresden kapitulierte, Nádasdys Einheiten marschierten in die Gegend von Pirna. Am 25.12. wurde der Frieden von Dresden geschlossen, Nádasdys Husarenregiment in Kantonierung nach Mähren verlegt. Er selbst begab sich nach Warasdin.

Nach dem Friedensschluss mit den Preussen wurden die frei gewordenen Regimenter zur Verstärkung der in den Niederlanden und Italien kämpfenden Truppen verlegt. Nádasdys Husarenregiment kam für 2 Jahre in die Niederlande, wo es GM v. Trips unterstellt war.
Nádasdy selbst wurde Anfang 1746 nach Italien zur Armee FM Maximilian U. Browne beordert und ihm die dortigen leichten Truppen unterstellt (Warasdiner Grenzinfanterie, ein Freiwilligen Bataillon und das Husarenregiment Emerich Dessewffy).
Bereits am 17.3. bewährte sich seine Truppe in einem Gefecht mit den Spaniern an der Adda. Auch bei den Kämpfen um Piacenza war Nádasdy beteiligt. Am 14.6. rekognoszierte er mit FM Browne, GM Bärenklau und Lucchesi die feindlichen Stellungen aus einem Blockhaus, das von seinen Grenzern besetzt war. Bei dem Angriff der Spanier, der gegen Mitternacht des 15.6. begann, befehligte er den linken Flügel der Kaiserlichen, dem der erste Vorstoß des Feindes galt. Nádasdys Einheiten mussten sich vor der Übermacht zurückziehen. Erst im Morgengrauen begannen die kaiserlichen Geschütze zu feuern. Die Spanier hatten das Terrain nur ungenügend erkundet, was ihnen nun zum Verhängnis wurde. Die angreifenden Einheiten kamen durcheinander und wurden von dem gut liegenden Feuer der kaiserlichen Geschütze stark dezimiert. Nach dem die kaiserliche Kavallerie eine gelungene Attacke geritten hatte, fingen zuerst die Spanier an zu weichen, denen die Franzosen folgten. Am frühen Nachmittag rettete sich der Feind in die Festung Piacenza. Für eine Belagerung der Stadt hatte FM Browne nicht genügend Kräfte und zog deshalb weiter nach Novi, das nach kurzem Kampf genommen wurde, wobei Nádasdys Einheiten als Erste in die Stadt eindrangen.
Nun galt es, den Feind aus Genua zu vertreiben. Die Armee marschierte über Tortona um nach einem von FM Browne entworfenen Plan den von Spaniern stark befestigten Bocchetta-Paß zu erobern. Bei dieser Aktion bewährten sich wiederum Nádasdys leichte Truppen. Nach Eroberung der Bocchetta räumten die Spanier kurz darauf auch Genua, das von den Kaiserlichen besetzt wurde.
Obwohl die Jahreszeit bereits fortgeschritten war, erhielt FM Browne den Befehl in die Provence vorzustoßen. Auch an  diesem sehr beschwerlichen winterlichen Feldzug nahm Nádasdy mit seinen leichte Truppen rühmlich Anteil (eine Beschreibung dieses Feldzuges siehe Biographie FM Maximilian U. Browne). Ende Januar 1747 kamen die Truppen wieder in ihre Ausgangspositionen in der Lombardei zurück.
Nádasdy wurde nun mit seinen Einheiten zur Verstärkung der Belagerungstruppen vor Genua (das inzwischen wieder in Feindeshand gelangt war), die unter Befehl des General v. Schulenburg standen beordert. Dort verblieb er bis 18.7., als die Belagerung aufgegeben wurde. Danach nahm er noch an einer Reihe kleinerer Gefechte in Piemont teil, bis im Oktober die Regimenter in die Winterquartiere verlegt wurden.
Anfang des Jahres 1748 war die Situation der Armee in Italien äußerst verzweifelt. Es gab nicht genügend Geld um den Sold zu bezahlen, die Desertionen häuften sich. Mit ungenügenden Kräften zog FM Browne in die Levante, auch Nádasdy nahm an dem Vorhaben teil.
Am 15.6. wurde eine Waffenstillstand vereinbart, nach dem die Regimenter erheblich reduziert wurden. Nádasdy kehrte auf seine Güter zurück.
Nur selten besuchte er in den folgenden Jahren sein Husarenregiment, um nach dem Rechten zu sehen. Das Regiment war in verschiedenen Garnisonen in Ungarn, 1751 in Ödenburg (Sopron/HU), im Folgejahr in Púchov (SK), danach bis Anfang des Siebenjährigen Krieges in Siebenbürgen. Näheres über die Tätigkeit Graf Nádasdys in diesen Jahren ist nicht bekannt. Während der Friedensjahre avancierte er zum General der Kavallerie (G.d.C). Das entsprechende Dekret wurde am 12.6.1754 datiert, den Rang erhielt er jedoch rückwirkend zum 25.11.1748 (d.h. der Unterschied im Sold eines FML und G.d.C. wurde ihm für ca. 4,5 Jahre nachbezahlt!)

Nach Beginn des Siebenjährigen Krieges mit Preussen 1756 wurde Nádasdy am 31.10.1756 von Maria Theresia zum Banus von Kroatien ernannt. In dieser Funktion organisierte er die Werbung von Truppen in der von ihm verwalteten Region, wozu er durch seine Kenntnisse über Land und die Mentalität der Bevölkerung prädestiniert war. Er nahm seinen Hauptwohnsitz in Warasdin (Varaždin/HR), das er zum politischen Zentrum des Landes machte. Der ehemalige Draskowich Palast diente ihm als Wohnung, später wurde hier auch die Verwaltung des Banates untergebracht.
Sein Husarenregiment wurde erst im Oktober 1756 nach Ostböhmen in die Gegend von Senftenberg (Zamberk/CZ) verlegt, wo es auch über den Winter blieb.
Anfang 1757 versammelte Nádasdy ein Korps bei Olmütz (Olomouc/CZ). An den Schlachten bei Lobositz (1.10.1756) und Prag (6.5.1757) nahm er nicht teil.
Mitte Mai 1757 führte er sein Korps aus Mähren zu der Armee FM L. Daun, die sich bei Kolin sammelte und übernahm den Befehl über die Nachhut. Mit seinen Husaren störte er die Verbindungen zwischen dem Korps des Prinzen v. Bevern und Friedrich II. der bei Prag stand.
Am 13.6. kam es bei Kuttenberg zu einem Gefecht zwischen Nádasdys Truppen und einem preussischen Detachement, nach dem sich Bevern gegen Kolin zurückzog.
Am Morgen der Schlacht bei Kolin stand Nádasdy beobachtend auf der Straße vor der Front. Die preussische Kavallerie unter Zieten griff die vorgeschobene Brigade des Grafen Babocsay an und drängte sie auf Nádasdys Korps bei Radowesnitz (Radovesice/CZ) zurück.
Gegen Mittag attackierten 80 Eskadronen unter Zieten, Nádasdys griff sie mit seinen Husaren an, musste aber vor den zahlenmäßig überlegenen Preussen wieder gegen Radowesnitz zurückweichen. Die Preussen wurden in der Flanke von Nádasdys Grenzern, die sich in einem Eichenwald eingenistet hatten, heftig beschossen und blieben stehen.
Nádasdy erhielt nun bedeutende Verstärkung. Zu seinen 36 Husareneskadronen (aus 14 verschiedenen Regimentern) stießen die Kürassierregimenter Portugal und Schmerzing und das Dragonerregiment de Ligne unter Befehl FML O´Donell. Hinter ihnen noch drei sächsische Chevauxlegers-Regimenter unter Graf Nostiz und 1.000 kommandierte Reiter aus verschiedenen Regimentern. An Infanterie hatte Nádasdy neun Bataillone Grenzer unter GM v. Beck.
Nachmittags gegen 14 Uhr rückte die preusssiche Infanterie gegen das von Nádasdy besetzte Wäldchen vor und eroberte es im ersten Anlauf. Kurz darauf wurden die Preussen aus dem Wald wieder vertrieben. Noch fünf Mal versuchten es die Preussen, jedoch ohne Erfolg. Bei dem letzten Angriff, der von Kavallerie unterstützt wurde, begann die kaiserliche Infanterie links des Wäldchen zu weichen, von preussischer Kavallerie verfolgt.
Nun griff Nádasdy mit seinen Kavalleriemassen in den Kampf ein. Seine Husaren beschäftigten Zietens Kavallerie, die Dragoner und Chevauxlegers umgingen das Wäldchen und fielen der preussischen Kavallerie in die Flanke. Diese wich zurück, die kaiserliche Infanterie nahm wieder ihre Stellung ein. Auch die Preussen konnten sich sammeln. Gegen sie schickte Nádasdy seine letzte Reserve - die beiden Kürassierregimenter. Die stießen zuerst auf preussiche Kavallerie. Sie wurde zersprengt und durch deren eigene Infanterie getrieben. Nach dem die preussischen Reiter das Weite gesucht hatten, umringte Nádasdys Kavallerie die preussische Infanterie und richtete unter ihr ein wahres Blutbad an.

Zietens Kavallerie wurde zwischenzeitlich von Nádasdys Husaren fern gehalten.
Nádasdy hatte mit dem klugen Einsatz seiner Truppen am endgültigen Sieg der Kaiserlichen einen großen Anteil. Er war deshalb auch einer der Ersten, die das Grosskreuz des neu gestifteten Maria Theresia Orden erhielten (Promotion am 17.3.1758).

Nádasdy übernahm anschließend wieder den Befehl über die Avantgarde und überschritt am 27.6. die Elbe bei Brandeis (Brandýs n. L./CZ), um die Truppen unter dem Prinz v. Preussen zu verfolgen. Anfang Juli trennte er sich mit einer Gruppe um Friedrich II., der bei Leitmeritz (Litomerice/CZ) stand, zu beobachten. Seine Husaren fügten durch blitzartige Überfälle, Gefangennahme von Kurieren und Wegnahme von Versorgungskonvois den Preussen empfindliche Verluste zu, die sie zum allmählichem Rückzug aus Böhmen nötigten. Nádasdy ließ Bad Schandau besetzten, er selbst ging mit dem Gros seiner Truppen nach Rumburg (CZ). Anfang August standen seine Husaren auf der Linie Stolpen - Löbau - Görlitz (Zgorzelec/PL).
Nádasdy zog am 14.8. über Zittau und schickte sein Gepäck mit schwacher Eskorte nach Ostritz voraus. Dort wurde sie von 10 Eskadronen preussischer Husaren überfallen, Nádasdys Gepäck fiel in die Hände der Preussen. Friedrich II. schickte Nádasdy nur seine Reitknechte und das in einem Koffer gefundene Ernennungsdekret zum Banus von Kroatien zurück - sonst nichts. Der König revanchierte sich so für die Wegnahme seines Gepäcks durch Nádasdys Husaren bei Soor.

Anfang September sah Nádasdy eine günstige Gelegenheit, die 10.000 Mann starke Division des GM Winterfeld bei Görlitz zu überrumpeln. In der nebligen Nacht zum  7.9. näherten sich Nádasdys Truppen, die ca. 16.000 Mann stark waren, den auf dem Jäckelsberg bei Moys verschanzten Preussen. Gegen 11 Uhr führte Nádasdy seine Grenzbataillone zum Sturm vor. GM Draskowitz gelang es die preussischen Bataillone Beneckendorf und Dieringshofen beim Abkochen zu überraschen. Die Preussen sammelten sich jedoch schnell, besetzten ihre Verschanzungen und begrüßten die Anstürmenden mit einem heftigen Gewehrfeuer. Der erste Sturm missglückte. Der zweite Angriff, unterstützt von Grenadieren, überwand die Wälle. Nádasdy an der Spitze seiner Grenzer übersprang mit seinem Pferd als Erster die feindliche Schanze. Im folgenden Handgemenge wurde er leicht verwundet. Die Preussen zogen sich fechtend in ihr Lager zurück. Um die brennenden Zelte entspann sich ein heftiger Bajonettkampf. Durch ein Versehen verließ ein preuss. Grenadierbataillon seine Stellung und ermöglichte so den Husaren und Grenzern einen Flankenangriff auf die preussischen Stellungen. Gen. Winterfeld, der noch versuchte Reste seiner Infanterie vorzuführen, fiel im Kampf.
Nach diesem Sieg verfolgte Nádasdy die Preussen parallel südlich Lauban, Löwenberg und Goldberg und nahm östlich Liegnitz (Legnica/PL) Stellung.
Nun erhielt das Korps den Befehl, die Stadt und Festung Schweidnitz (Swidnica/PL)  wenn möglich - zu erobern.
Nach dem die Belagerungsartillerie eingetroffen war und mit der Beschießung begann, wurde die 2. Parallele eröffnet. Als Nádasdy merkte, dass der Widerstand der Belagerten erlahmte, ordnete er für die Nacht vom 11. auf 12.11. den Sturm an. Drei Forts wurden gleichzeitig erstürmt, worauf die Besatzung kapitulierte. Vier Generäle und 6.000 Mann gerieten in Gefangenschaft. Diese wichtige Festung widerstand Nádasdy nur 16 Tage!
Nach dieser gelungenen Aktion führte er sein Korps zur Hauptarmee bei Breslau. In der dort am  22.11. stattgefundenen siegreichen Schlacht befehligte Nádasdy ein aus kaiserlichen, bayrischen und württembergischen Truppen zusammengesetztes Korps.
Auch hier war er maßgebend am guten Ergebnis der Schlacht beteiligt.

Zu einer weiteren großen Schlacht zwischen Friedrich II. und den unter Karl v. Lothringen stehenden Kaiserlichen kam es am 5.12.1757 bei Leuthen (Lutynia/PL).
Die kaiserliche Armee stand in einem gut gewählten Lager hinter dem Fluss Weistritz.
Nádasdy befehligte wieder ein aus kaiserlichen, württembergischen und bayrischen Truppen zusammengesetztes Korps (85 Bataillone, 125 Eskadronen, 3 Bataillone Grenzer, 4 Husarenregimenter). Die Generäle waren uneinig, ob man in dem befestigten Lager die Preussen erwarten, oder ob man ihnen über die Weistritz entgegenziehen sollte. Nádasdy riet dringend zum Verbleib in geschützter Position, Graff Lucchesi riet zum Vormarsch. Dieser Meinung schloss sich auch Prinz Karl an. Zwischen Prinz Karl und Nádasdy kam es deswegen zu scharfen Auseinandersetzungen. Auch FM L. Daun war anfangs gegen ein Vorrücken.
In den Morgenstunden stießen die vorrückenden Preussen auf die Vorhut Nádasdys unter Graf Nostiz und Morocz und drängten sie ab. Nádasdy sah sehr bald, dass der Hauptstoß seinem linken Flügel gelten wird. Mehrmals bat er um Verstärkung. Prinz Karl glaubte aber immer noch, dass der Hauptangriff auf dem rechten Flügel stattfinden wird und beorderte seine ganzen Reserven dort hin. Gegen Mittag hatten die Preussen Nádasdys Linien überrannt, Zietens 53 Eskadronen attackierten und gaben den Kaiserlichen den Rest. Nádasdy konnte mit seinen Husaren nur noch die Brücke über das Schweidnitz Wasser verteidigen und so den Rückzug der geschlagenen Armee decken. Die Kaiserlichen hatten ca. 3.000 Tote, ca. 20.000 wurden kriegsgefangen. Unter den gefallenen Generälen war auch Graf Lucchesi, Nostiz, Prinz Stolberg und Baron Otterwolff. 131 Geschütze und viele Fahnen gingen verloren.
Es war eine der schlimmsten Niederlagen der Kaiserlichen während der drei Schlesischen Kriege.
Der erste, der der allgemeinen Kritik zum Opfer fiel (obwohl er keinerlei Fehler begangen hatte), war Franz Nádasdy. Er trat noch am Abend der Schlacht von seinem Kommando zurück und begab sich nach Warasdin.
Mit dieser Schlacht endete seine militärische Kariere. Er wurde kurz darauf noch zum Feldmarschall befördert, leistete aber in den letzten Kriegsjahren keinerlei militärische Dienste.
Die Armee bedauerte seinen Rücktritt, auch in der Wiener Bevölkerung, welche Prinz Karl die Schuld an dem Debakel gab, besaß Nádasdy weiterhin großes Vertrauen.
Wie in der k. k. Armee üblich, wurde ihm der Abgang durch eine Beförderung "versüßt". Am 8.5.1758 wurde er zum Feldmarschall (FM) befördert.

Während der letzten Kriegsjahre hielt sich Nádasdy überwiegend in Warasdin auf, wie die Musterlisten seines Husarenregiments aus diesen Jahren belegen.
Er widmete sich Verwaltungsaufgaben im Banat und der Ertüchtigung der Grenztruppen, aus denen er im Laufe der nächsten Jahre eine mit regulären Regimentern durchaus vergleichbare Truppe machte. Bis 1763 betrieb er auch verstärkt Rekrutierung in seinem Gebiet und versorgte die kämpfende Truppe mit immer neuen Einheiten.
1767 wurde Nádasdy von Maria Theresia zum Vorsitzendem des Rates der königlichen Statthalter Kroatiens ernannt.

Als 1778 ein neuer Krieg mit Preussen ausbrach (der sogen "Kartoffelkrieg") berief Kaiser Joseph II. den 70-jährigen Feldmarschall nochmals zum aktiven Dienst und übertrug ihm das Armeekommando in Galizien. An Kampfhandlungen nahm er nicht teil. Nach Friedensschluss, der im nächsten Jahr erfolgte, legte Nádasdy das Kommando wieder nieder und kehrte nach Ungarn zurück.
FM Franz, Graf Nádasdy starb am 22.3.1783 in Warasdin (Varaždin/HR) und wurde in der Gruft der dortigen Kirche begraben.



Sammlungen aud dem Schloß Telč/ CZ
Büste aus dem Park der Gedenkstätte Heldenberg/ AT


Privatleben und charakterliche Eigenschaften des Grafen F. Nádasdy

Franz, Graf Nádasdy war ein Husarengeneral "par excellence", in seiner Zeit nur vergleichbar mit Andreas, Graf Hadik. Von den Feldherrn, über die weiter oben berichtet wurde, war er der einzige der absolut keine persönlichen Kontakte zur Kaiserfamilie und den führenden Mitgliedern der höchsten Organe der Monarchie hatte. Er stieg vom subalternen Husarenoffizier zum Feldmarschall einzigst Dank seiner Leistungen im Feld  und da vor allem im "Kleinen Krieg" auf. Nádasdy war nicht nur tapfer, er hatte auch Begabung für Taktik. Als General wurde er oft mit der Führung von Grenztruppen (Kroaten und Husaren), mit denen er hervorragend umgehen und sie zu großartigen Leistungen anspornen konnte, betraut. Mit ihnen - seinen Landsleuten - fühlte er sich wohl. Zu anderen Generälen hatte er - so weit bekannt - keine besonders tiefgehende Beziehung.
Franz Nádasdy war zweimal verheiratet. Am 3.2.1745 heiratete er Maria Maximiliana, Gräfin Rottal (*1721, +1756) nach ihrem Tode am 15.2.1759 Maria Susanna, Freifrau Rabatinsky, verwitwete Gräfin Draskowich (*17.11.1717, +1786). Nur aus der ersten Ehe stammten Sohn Franz (V.) geb. am 24.7.1745, gest. 25.3.1802, Sohn Thomas, geb. 13.8.1749, gest. 20.3.1800 und Tochter Barbara, geb. 25.12.1750, gest. 24.3.1811, die Ludwig, Graf Erdödy heiratete.

Portraits von 34 Offizieren des Husarenregiments Nádasdy und des Inhabers selbst aus den Jahren 1764/68 befinden sich in den Sammlungen des SNM auf Schloss Betliar in der Slowakei.

Harald Skala

Wappen der Familie: In B. auf n. Wasser zwischen Binsen, eine flugbereite Ente (seit Anfang an unverändert).
Wahlspruch: "Sie Deus pro nobis quis contra nos?"
 
Quellen:
  • C. v. Wurzbach, "Biographisches Lexikon des Kaiserthum Österreich", Wien  1856 - 1891
  • G. Ernst, "Geschichte des K.u.K neunten Husarenregiments" , Wien 1862
  • M. Bertling, "Die Kroaten u. Panduren in der Mitte des XVIII. Jh.", Dissertation, Wien 1912
  • S. A. Schweigerd, "Österreichische Helden u. Heerführer",
  • G. Dorn/J. Engelmann, "Die Schlachten Friedrich d. Grossen", Augsburg, 1997
  • K.u.K Generalstab, "Feldzüge des Prinzen Eugen", II. Serie, Bd.XI., Wien 1891
  • Kolektiv, "Pod cisarskym praporem", Prag/CZ, 2003
  • Musterlisten des HR Nr.9, Nr. KA/I-7663, 7667, 7668, 7669, Kriegsarchiv Wien
  • Akte KA Nr.467 "Dessewffy", Jahr 1902, Kriegsarchiv Wien

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