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Joseph Balthazar, Freiherr
v. Czungenberg (genannt Csonka-Beg)
Nachdem sein Vater früh
verstorben war, wuchs M. unter der Vormundschaft seines älteren Bruders,
der Kommandant einer türkischen Reitereinheit war, auf. Bereits als jugendlicher trat
M. in das türkische Militär ein und erhielt eine Offiziersstelle
in Waitzen (heute Vác in Ungarn). Er beteiligte sich an der Eroberung
der Festung Neuhäusel (heute Nové Zámky - Slowakei), wurde
anschließend Aga und Reiteroberst in der Festung Novigrad, deren Kommandant
er später wurde. Er wurde auch Beg des Novigrader Sandschaks. 1662 heiratete er Fatima (es
war seine 2. Heirat) aus einer sehr vornehmen Familie. Bei einem Grenzgefecht verlor
er die linke Hand - seit dem trug er den Beinamen Colak - Beg (ungarisch
Csonka). M. war einer der höchsten
Offiziere des Großvezirs und 1683 Verbindungsmann zum Führer
der ungarischen Aufständischen, Imre Thököly. Er sprach mehrere
Sprachen, unter Anderem auch Slowakisch, wie aus der späteren Aussage
des von den Türken gefangenen Kürassieroffiziers di Martelli hervorgeht. M. wurde dann in die Festung
Ofen verlegt, bei deren Erstürmung durch die Kaiserlichen am 2.9.1686
er mit seiner ganzen Familie in Gefangenschaft geriet. Die erste Zeit wurde er in
ehrenvoller Haft in der Burg zu Wiener Neustadt gehalten, aber bereits 1687
übersiedelte er in das Haus des Bürgermeistres Eyrl von Eyersperg,
wohin auch seine Familie gebracht wurde. 1690 erwog man seinen Austausch
gegen den kaiserlichen General Heißler, der in Gefangenschaft Thökölys
geraten war, der Plan wurde jedoch nicht ausgeführt. Mehmed Colak entschied sich
schließlich mit seiner ganzen Familie zum katholischen Glauben überzutreten. Am 6.1.1696 fand die Taufe
in der Kapelle der Wiener Hofburg statt. Taufpaten waren Kaiser Leopold I.
und seine Gattin Eleonore Magdalena, Erzherzog Joseph und Erzherzogin Maria
Elizabetha. Mehmed nahm den Namen Joseph
Balthazar an, sein 1676 in Ofen geborener Sohn dann Franz Leopold Balthazar.
Mehmeds Ehefrau Fatima wurde auf den Namen Maria Magdalena Elizabeth getauft.
Als Familiennamen wurde der Name "Czungenberg" (auch Zungenberg) angenommen. Die Familie wurde gleichzeitig
vom Kaiser in den Adelsstand erhoben. Die Kinder erhielten auf Kosten des
Kaisers eine hervorragende Schulausbildung. Nach Anregung durch Prinz Eugen
v. Savoyen wurde Joseph im Januar 1702 aufgefordert, ein Husarenregiment
von 1.000 Husaren aufzustellen. Die Rekruten wurden in den Komitaten Komorn,
Gran, Raab und Vezsprem angeworben. Obristwachtmeister des Regiments wurde
Moyses Kisfaludi, Rittmeister waren Paul Szálay und der Sohn des
Regimentsinhabers, Franz Leopold. Joseph v. Czungenberg kämpfte
dann mit seinem Regiment vier Jahre im kaiserlichen Heer, wurde mehrmals
als tot erklärt, tauchte immer wieder auf, bis das Regiment 1706 aufgelöst,
die Mannschaften in die regulären Husarenregimenter Nr. 3, 8 und 9
inkorporiert wurden. Joseph Balthazar starb im Winter
1705/06. Ein großes Ölbildnis von Joseph v. Czungenberg hängt
im Städtischen Museum zu Wiener Neustadt. Harald Skala
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