Im Laufe des Siebenjährigen
Krieges erkannte die kaiserliche Heeresführung die Notwendigkeit bei
der "Deutschen Reiterei" eine Gattung leichter Reiter einzuführen.
Das erste Regiment, welches als solches formiert wurde war das Reg.
Löwenstein Es wurde 1758 als Bestandteil des Dragonerregiments
Löwenstein durch den Inhaber mit einem Stand von 12 Kompanien aufgestellt.
1759 wurde es von dem Stamm -Regiment abgetrennt, mit leichten Pferden
ausgerüstet und erhielt die Benennung als "Chevauxlegers - Regiment"
Anfang 1760 wurden dann 5 Dragoner Regimenter in Chevauxlegers umgewandelt,
davon aber bereits Ende des Jahres die Regimenter Sachsen - Gotha und Württemberg,
1763 die Reg. Zweibrücken und Jung - Modena, endlich dann 1765 das
Reg. St. Ingon wieder zu Dragonern umgesetzt. Im gleichen Jahr wurde jedoch
das Regiment Kaiser - Dragoner zu Chevauxlegers.
In den späteren Jahren wurde die Zahl der Chevauxlegers Regimenter
wieder vermehrt so das beim Tode Maria Theresia´s sechs solcher Regimenter
bestanden, 1791 schloss sich denselben noch als 7. das Reg. Latour an.
Außerdem führte jedes der 1768 neu formierten 2 Carabinier
Regimenter eine Chevauxlegers Division im Stande, im Feldzug gegen die
Türken 1789 wurde auch bei jedem Dragoner Regiment eine solche Division
aufgestellt., jedoch 1791 wieder aufgelöst.
Die Chevauxlegers trugen ursprünglich grasgrüne Röcke
mit ponceauroten Aufschlägen und Achsel-Dragoner. Die Röcke unterschieden
sich von der übrigen Deutschen Reiterei dadurch, dass der Rand der
umgeschlagenen Schösse nicht mit dem Egalisierungs-Streifen versehen
war. Die Offiziere trugen den bordierten Hut, die Mannschaft jedoch ein
Kasket an dem vorn ein Messingschild mit dem kaiserlichen Namenszug angebracht
war, an der linken Seite eine Rose aus Kamelhaar oder Harras. Beinkleider
der Offiziere pailgelb, der Mannschaft weiß. Bewaffnung bestand aus
dem Pallasch, Karabiner und Pistolen.
1786 wurde jedes Chevauxlegers Regiment um eine Ulanen Division vermehrt,
wobei als Stamm je eine Eskadron aus dem 1784-85 aufgestelltem galizischen
Ulanenkorps diente, die 2. Eskadron wurde in jedem Regiment neu aufgestellt.
Diese Ulanen waren mit weißen Kurtkas (einem kurzen, polnischen
Rock) bekleidet, deren Aufschläge in den Egalisierungsfarben des jeweiligen
Regiments gehalten waren, dazu blaue ungarische Hosen, als Kopfbedeckung
eine gelbe, niedrige Czapka. 1791 wurde diese Divisionen von den Chevauxlegers
Regimentern wieder abgetrennt.
Bei der Reorganisierung der Kavallerie 1798 wurden die bestehenden
7 Chevauxlegers Regimenter sowie alle Dragoner Regimenter als "leichte
Dragoner" benannt.
1802 wurden 5 der früheren Chevauxlegers Regimenter wieder zu
solchen übergesetzt, das neu aufgestellte Dragoner Reg. Rosenberg
zu Chevauxlegers umgewandelt (es erhielt die Nr. 6)
Die Regimenter trugen nun weiße Röcke wobei je ein Dragoner-
und Chevauxlegers Regiment die gleiche Egalisierung hatte und sich durch
die Farbe der Knöpfe unterschied (gelb oder weiß). Die Beinkleider
waren weiß. Ab 1806 trugen die Regimenter Nr. 1, 2 und 4 wie früher
grüne Röcke und Beinkleider.
Anlässlich der Einverleibung der italienischen Provinzen wurde
aus dortigen Truppenteilen ein leichtes Reiterregiment formiert, welches
als Chevauxlegers Regiment die Nr. 7 erhielt (später Ulanen Reg. Nr.
11 Kaiser Alexander II.)
Die mit weißen Röcken bekleideten Regimenter erhielten 1840
lichtblaue Pantalons, die mit grünen versehenen ebenfalls grüne
Pantalons. Die Bewaffnung war wie bei den Dragonern.
Mit Allerhöchster Entschließung vom 6. 5. 1851 wurden alle
Chevauxlegers Regimenter mit Ausnahme der Nr. 4, Fürst Windisch-Graetz
zu Ulanen Regimentern (mit den Nummern 6 - 11) umgewandelt, letzteres zu
Dragonern. Ab 1851 existierten somit im kaiserlich-königlichen Heer
keine Chevauxlegers mehr.
Die Geschichten dieser Regimenter zwischen den Jahren 1795 und 1851
finden Sie somit bei den Dragoner- oder Ulanen-Regimentern.
Harald Skala
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