Dragoner
(Draconen) tauchten in der österreichischen Kavallerie bereits ab
dem Jahr 1623 auf. Anfänglich nur in einzelnen Kompanien entweder
als selbständig geworben oder
als Teil eines Kürassier - bzw. Arkebusier - Regimentes, dort
gewöhnlich als Leib-Kompanie. Erst ab dem 2. Generalat Waldsteins
wurden auch ganze Dragonerregimenter - allerings mit sehr schwachem
Stand (3 - 5 Kompanien) aufgestellt.
Die Dragoner waren ürsprünglich nur eine Art berittener
Infanterie, mit Musketen bewaffnet und hauptsächlich zur
Führung von Feuergefechten zu Fuß an Punkten, welche durch
die Infanterie nich rechtzeitig erreicht werden konnten, eingesetzt.
Die Chargen bei den Dragonern waren deshalb ähnlich wie bei der
Infanterie: der Kompaniekommandant hieß nicht Rittmeister sondern
Hauptmann, die Kompanien hatten keine Trompeter sondern Tabouren.
Erst später wurden die Dragoner wie Kürassiere auch für
den Kampf zu Pferde verwendet, im Unterschied zu den Kürassieren
waren sie aber mit leichteren Pferden ausgerüstet.
Nach dem 30-jährigen Krieg hatte die Monarchie 9
Kürassierregimenter und 1 Dragonerregiment stehen.
Erst in den Türkenkriegen 1683 - 1698 wurden 13 neue
Dragonerregimenter aufgestellt.
Anfang des 20. Jh. hatte die österreichische Kavallerie 15
Dragonerregimenter.
Die Bewaffnung der Dragoner war ähnlich wie die der
Kürassiere, auch sie führten den schweren Pallasch als
Hieb-und Stichwaffe, außerdem einen Karabiner, später die
Bajonettflinte und ein paar Pistolen.
Der Pallasch war in der 2. Hälfte des 17.Jh. 84 bis 92 cm lang und
beidseitig geschliffen. Die Länge änderte sich später
kaum,
ab Mitte des 18. Jh. war die Klinge jedoch nur einseitig geschliffen.
Zwischen
1705 und 1740 trugen Offiziere einen - leichteren - Degen. Ab 1827
erhielten
die Dragoner den einheitlichen Kavalleriesäbel.
Unter Kaiser Karl VI. erhielt jedes Dragonerregiment
eine Grenadierkompanie
aus auserlesenen, starken Männern. Sie hatten eine Ausbildung zu
Pferde
aber auch zu Fuß und waren im Werfen von Granaten geübt.
Während der österreichischen Erbfolgekriege
hatte ein Dragonerregiment zumeißt einen Stand von 1.000 Mann die
in Friedenszeiten auf 800 reduziert wurden.
Anfangs (vor Errichtung der ersten regulären
Husarenregimenter) galten die Dragoner als "leichte Reiterei". Im 18.
Jh. gehörten sie mit den Kürassieren zur "schweren Reiterei"
und wurden - im Unterschied zu den Husaren - der "deutschen Reiterei"
zugeordnet.
Mitte des 19. Jh. bildeten sie ein Mittelglied zwischen beiden
Gattungen (Kürassiere einerseits und Husaren und Chevaux-legers
andereseits).
Sie waren aber weiterhin mit "deutschen" Sätteln und Reitzeug
ausgerüstet.
Viele Dragonerregimenter wurden im Laufe des 18. - 19.
Jh. in Chevaux-leger, leichte Dragonerregimenter oder Ulanenregimenter
umgewandelt, später oft wieder als Dragoner zurückgesetzt.
Die Adjustierung der Dragoner war ähnlich wie bei
den Kürassieren , jedoch ohne den Kürass. Sie änderte
sich selbstverständlich im Laufe der Zeit.
Als Kopfbedeckung diente ursprünglich der auch bei der Infanterie
verwendete Hut, allerdings mit goldener oder silbener Borte eingefasst.
Mitte
des 18. Jh. wurde der Hut innen mit einem Eisenkreuz verstärkt. Im
19.Jh. wurde - wie bei den Kürassieren - der Bügelhelm
eingeführt, anfangs mit gelb-schwarzer Kammquaste (1859
abgeschafft).
Harald Skala
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