| Die k. k.
Grenzregimenter und die Grenzhusaren
Bereits im Jahre 1535 stellte Kaiser Ferdinand II. das erste Privileg
für Siedler im Grenzbereich von Krain aus. 600 serbische, bosnische
und kroatische Familien, insgesamt ca. 3.000 Personen, die vor den Türken
geflüchtet waren, wurden um Sichelburg angesiedelt und erhielten als
erbliches Lehen Grund und Boden gegen Kriegsdienst. Sie wurden damals "Uskoken"
genannt.
Das Privileg Ferdinand II. war der Grundstein für die "Cofin",
wie die altösterreichische Militärgrenze damals genannt wurde.
Der zuständige Generalkapitän der Grenzer wurde Hans Katzianer,
sein Nachfolger 1538 Nikolaus Juricic, der Held von Güns (Köszeg).
Ursprünglich in 2 Militärbezirke aufgeteilt (Slawonische
und Kroatische Grenze) unterstand das Gebiet auch in Zivilbelangen direkt
dem Hofkriegsrat.
Noch unter Karl VI. wurde die "Cofin" reformiert und das ganze Gebiet
weiter als "Militärgrenze " bezeichnet. Nach dem Frieden von Karlowitz
und Passarowitz wuchs es ständig und umfasste 1850 bereits 50.000
Quadratkilometer.
Die dort lebenden Grenzer hatten besondere Selbstverwaltungsrechte
und standen im wesentlichen als Soldatenbauern im ständigen Waffendienst.
Für ihre Dienste wurden sie bezahlt: 1/3 in Geld, der Rest in Zuteilungen.
Steuern mußten in Friedenszeiten nur zu 1/3 gezahlt werden, im Krieg
waren die Grenzer ganz von Steuern befreit. Kosten für ihre Ausrüstung,
Uniform und Bewaffnung mußten sie jedoch selbst tragen.
Die waffenfähige männliche Bevölkerung war in drei Gruppen
aufgeteilt. Ein Fünftel bildete das Kriegsaufgebot, 3/5 diente ständig
an der Grenze und das restliche Fünftel bewirtschaftete den Boden.
Bereits im 30-jährigen Krieg leisteten die Grenzer dem Kaiser
wertvolle Hilfe, sie waren jedoch als irreguläre Einheiten schwer
zu disziplinieren. Eine bekannte Einheit waren die berühmt-berüchtigten
Panduren des Freiherrn von der Trenck (1711-47), der wegen der Greultaten
seiner Panduren trotzt seiner unzweifelhaften Verdienste von Maria Theresia
zum Tode verurteilt wurde (zu lebenslanger Haft auf dem Spielberg in Brünn
begnadigt).
Die Qualität der Grenztruppen wurde erst durch FM Herzog Joseph
v. Sachsen-Hildburghausen, der für sie Statuten erarbeitete die das
Leben der Grenzbewohner bestehenden Regeln unterwarf, verbessert. Er führte
auch eine neue taktische Gliederung ein, durch die er die irreguläre
Bauernmiliz in reguläre Feldtruppen umgestaltete.
Bei den Grenzregimentern überwog die Infanterie, es gab jedoch
auch einige Husarenregimenter auf die im folgenden näher eingegangen
wird.
1746 wurde das Karlstädter (Károlyváros) HR von
insgesamt 800 Reitern aufgestellt, 1747 das Warasdiner HR mit 5 Kompanien
(500 Reiter) und zwei sehr starke Regimenter, das Slawonische und das Syrmische
HR mit jeweils 10 Kompanien zu 210 Reitern.1750 wurde dann noch das Banal-HR
mit 6 Kompanien (600 Reiter) aufgestellt. Es folgten 1782 die Banater Husarendivision
und 1795 das Croatisch-slawonische HR. Alle Grenzhusarenregimenter wurden
zur Zeit Joseph II. aufgelöst und den Infantreiregimentern zugeteilt,
1786 dann endgültig als Reitersoldaten aufgelöst.
Die Adjustierung der Grenz-HR war Anfangs sehr unterschiedlich, als
gemneinsames Merkmal diente die wiedereingeführte Lanze (nach Auflösung
der Grenzhusaren übernahmen die Ulanen diese Waffe). Erst nach der
Reform von Lacy erhielten die Grenzhusaren 1767 einheitliche Uniformen.
Harald Skala
Quellen:
- Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K. und K. Wehrmacht,
Wien 1898-1905
- B. M. Buchmann, Österreich und das Osmanische
Reich, WUV Uni Verlag Wien , 1999
- G. Ságvári, Das Buch der Husaren, Magyar
Könyvklub, Budapest, 1999 |