Die Panduren


   


Keine andere Einheit des k. k. Heeres erlangte in ganz Mitteleuropa solch einen Bekanntheitsgrad wie die Panduren.
Obwohl sie nicht mal ein Jahrzehnt existierten, blieben Erinnerungen an diese berühmt - berüchtigte Truppe bis zum heutigen Tage erhalten. Viele Ortschroniken von Städten und Dörfern im Elsass, Böhmen, Schlesien und Bayern erzählen noch heute von den Drangsalen, denen die Bevölkerung durch sie ausgesetzt war.

Wer waren die Panduren? In den Regionen des nördlichen Balkan hielten sich Adelige bereits im 17. Jahrhundert Haustruppen zur Verteidigung ihrer Güter. Man nannte sie "Panduren". Woher dieses Wort stammt ist ungewiss. Manche Etymologen leiten es von "Banderium", einer bewaffneten Einheit eines Adeligen ab.

Es ist schwierig die Geschichte der Panduren Maria Theresias genau zu rekonstruieren. Wenn überhaupt über die Einsätze der leichten Truppen in der zeitgenössischen Literatur, aber auch den offiziellen Relationen der Feldherrn berichtet wurde, verwendete man die verschiedensten Bezeichnungen wie "Kroaten", "Panduren", "ungarische Milizen", "Grenzer" oder auch "Tolpatschen". Friedrich II. benutzte generell die Bezeichnung "Panduren" für sämtliche leichte Truppen des Gegners auch noch im Siebenjährigen Krieg, als es das Pandurenkorps gar nicht mehr gab. Erschwerend kommt hinzu, dass im Sommer 1741 ungefähr gleichzeitig mit Trencks Pandurenkorps mehrere Tausend kroatische Grenzer unter Haram Bassa und Peter Hallas in Schlesien einrückten und die meisten zeitgenössischen Quellen zwischen diesen beiden Einheiten keinen Unterschied machten.

Die Geschichte der Panduren ist eng verbunden mit ihrem Anführer, Obrist Franz, Freiherr . v. d. Trenck. Er hatte das Pandurenkorps gegründet und war sein Kommandant bis zu seiner Entfernung aus der Armee und Verurteilung durch ein Kriegsgericht.

Als Friedrich II. im Dezember 1740 in dem zur Habsburger Monarchie gehörenden Schlesien einfiel, hatte die junge Herrscherin Maria Theresia keine schlagkräftige Armee und suchte jede Gelegenheit, um ihr Heer zu erweitern.
Zu dieser Zeit hielt sich Franz, Frhr. v.d. Trenck zufällig in Wien auf. Er hatte bereits den Ruf eines draufgängerischen Offiziers, der in russischen Diensten gekämpft hatte und gerade ein neues Betätigungsfeld suchte.

Auf Empfehlung des Prinzen Karl v. Lothringen wurde Trenck von Maria Theresia zu einer Audienz empfangen, bei der Trenck anbot, ein Pandurenkorps auf eigenen Kosten aufzustellen und mit ihm nach Schlesien zu marschieren.
Maria Theresia nahm das Angebot an und Trenck erhielt am 27.2.1741 ein Patent zur Errichtung eines Panduren-Freikorps von 1.000 Mann. Gleichzeitig wurde er zum Obristwachtmeister und Kommandant des Korps ernannt.

Der kommandierende General in Slawonien, FML Ascanio Marchese Guadagni wurde vom Hofkriegsrat angewiesen, Trenck bei seiner Werbung in Slawonien zu unterstützen, die Hofkammer sorgte für Verpflegung für 2 Monate und 200 Zelte für die Truppe.
Trenck nahm ohne Auswahl jeden, der sich meldete in sein Korps auf. So kam ein aus allen Völkern des Balkan zusammengewürfelter Haufen zusammen, der eher einer Räuberbande als einer militärischen Einheit glich. Da den Panduren das Recht zugestanden wurde, die vom Feinde gemachte Beute behalten zu dürfen, waren später auftretende Probleme vorprogrammiert.
Die Werbung, überwiegend auf den Gütern der Familie Trenck durchgeführt, ging schnell voran und bereits am 1.4.1741 brach Trenck mit seinem Korps nach Schlesien auf.
In Wien führte er sein Korps der Königin vor. Für die Wiener Bevölkerung war der Durchmarsch der bunt gekleideten Truppe ein Ereignis, über das man noch lange redete.
Die Panduren waren mit hohen schwarzen Mützen, roten Mänteln, blauen reich verzierten Jacken, roten Westen und blauen, weiten Pluderhosen bekleidet. Ihre Bewaffnung bestand aus einer Flinte mit dünnem, langen Lauf, einem Säbel, zwei Pistolen und einem Handschar.
Trenck hatte bei seinem Korps eine Feldmusik, bestehend aus Schalmeien, Trommeln und Tschinellen, die der Truppe voranmarschierte. Das Korps war in 20 Kompanien á 50 Mann aufgeteilt, die jeweils von einem Hauptmann - genannt Harumbassa - angeführt wurden.

Die Panduren kamen in Schlesien bei der Armee des FZM Graf Neipperg erst nach der verlorenen Schlacht bei Mollwitz (10.4.) an. In den weiteren Kämpfen waren die Panduren vorerst nicht zu gebrauchen. Sie operierte meist in kleinen Gruppen, weit vom Hauptheer entfernt, oder wurden in Kompaniestärke als Unterstützung regulärer Infanterie verwendet, was die Suche nach ihren Einsätzen zusätzlich erschwert. Meist stürzten sie sich völlig undiszipliniert mit fürchterlichem Geschrei auf ihre Gegner, um sich nach seinem Weichen sofort auf ihre Beute zu stürzen.
Dies führte in kurzer Zeit zu Auseinadersetzungen zwischen FZM Neipperg und Trenck, der sich persönlich nicht besser als seine Truppe benahm.
Neipperg rief Trenck am 2.7.1741 ab, er sollte sich für das undisziplinierte Verhalten der Panduren verantworten. Anschließend schickte Neipperg den Major Johann Daniel v. Menzel als Berater im Rang eines Oberstlieutenants zu dem Pandurenkorps. Trenck sah in Menzel einen Konkurrenten und wehrte sich dagegen, sein Kommando mit einem anderen zu teilen. Auf sein Geheiß überfielen einige Panduren Menzel, der nur knapp dem Tode entging.
Neipperg ließ daraufhin Trenck verhaften und Menzel erhielt das Interimskommando über das Korps. Dem widersetzte sich ein großer Teil der Panduren, die auf ihren Kommandanten eingeschworen waren. Menzel gelang es die Meuterei in den Griff zu bekommen, 20 Rädelsführer wurden zu Festungshaft in Glatz verurteilt.

Nach einem missglückten Überfall auf Strehlen (Strzelin/PL) am 23.7.1741 versuchte Menzel mit den Panduren den Preussen die Zufuhren auf der Straße Strehlen - Schweidnitz abzufangen. Die Preussen erfuhren diese jedoch rechtzeitig und dirigierten ihre Transporte nun über Zobten (Sobótka/PL), das von einem Grenadierbataillon, 20 Husaren und 4 Kanonen unter Major v. Puttkammer besetzt war.
Menzel entschloss sich nun diesen wichtigen Etappenort anzugreifen. Puttkammer erfuhr auch von diesem Plan und hatte sein Bataillon in einem ummauerten Kirchhof vor der Stadt in Stellung gebracht. Trotz heftigem Gewehrfeuer stürmten die Panduren den Friedhof und nach dem sie auch die Stadt angezündet hatten, musste sich Puttkammer auf den ungefähr einen Kilometer hinter der Stadt sich erhebenden Galgenberg zurückziehen. Die Panduren versuchten auch hier zu stürmen, wurden aber durch wirksames Feuer der Preussen wiederholt zurückgeschlagen. Spät Nachmittag erschienen dann mehrere Eskadronen preussischer Husaren, die den Kampf endgültig zugunsten Puttkammers entschieden. Menzel, dessen Panduren vor allem das Geschützfeuer der Preussen scheuten und sich lieber der Plünderung der Stadt widmeten, musste zum Rückzug blasen.

Als Trenck aus der Haft entlassen wurde, übernahm er wieder das Kommando über das Pandurenkorps, mit dem er noch einige kleinere erfolgreich Streifzüge  gegen die Preussen unternahm.  Scheinbar behielt Frhr. v. Menzel den Befehl über einen Teil der Panduren, da in den nächsten Jahren mehrmals über Aktionen der Panduren unter seinem Befehl berichtet wird. Wegen der andauernden Rivalität zwischen Trenck und Menzel operierten - so weit die Quellen berichten - beide getrennt. 1743 gründete Menzel ein eigenes Husarenregiment mit Stand von 6 Kompanien (nach seinem Tode bestand es noch als HR "Bertolotti" und wurde 1746 aufgelöst).

Neipperg beschwerte sich weiterhin in Wien über das undisziplinierte Verhalten der Panduren, verheimlichte aber andererseits ihre Erfolge, die sie zweifelsfrei durch andauernde Überfälle auf die Preussen aufweisen konnten. Die Panduren wurden zu dem Brückenkopf vor Wien verlegt, wo ein Teil der sich benachteiligt fühlenden Panduren meuterte und die Rückkehr in ihre Heimat antrat. Trenck gelang es sie einzuholen und durch das Versprechen, seine Dienste FM Khevenhüller anzubieten, zur Rückkehr zu überreden.
Khevenhüller nahm das Angebot gern an, da er sich von den Panduren "...die schönsten und desperatesten Aktionen...", wie er in einem seiner Brief nach Wien schrieb, versprach.
Trenck zog also noch Ende 1741mit seinem Korps nach Bayern. Bereits Anfang Dezember überfiel er die von bayrischen Truppen besetzte Stadt Steyer und machte 200 Gefangene. Anschließend stürmten die Panduren das Schloss Klaus, die Besatzung von 130 Mann mit 3 Geschützen wurde gefangen. Es folgte die Eroberung von Windischgarsten, Spital, Linz und Deggendorf, die Panduren nahmen auch an der Besetzung von München teil.
Im Januar 1742 beteiligten sich die Panduren im Korps des GM Bärenklau an der Besetzung der Stadt Ried, wo ihnen ein großes bayrisches Magazin in die Hände fiel. Ende des gleichen Monats wirkten sie an der Einnahme von Plattling mit. Im März eroberten die Panduren Traunstein und Ende Mai besiegten sie einige Tausend bewaffneten Bauern bei Lenggries.

Mitte Juli 1742 überfiel Trenck mit seinen Panduren das an der bayrisch--böhmischen Grenze gelegene Schloss Diesenstein, dass von Oberstlieutenant Baron Drechsler verteidigt wurde. Nach kurzem Widerstand musste sich Drechsler mit 90 Mann ergeben. Als Trenck in den Kellerräumen nach Beute suchte, explodierte ein Pulverfass, das die Panduren zerschlugen, da sie in ihm Goldmünzen vermuteten. Durch die Explosion erlitt Trenck  schwere Verbrennungen im Gesicht. Er ließ darauf hin alle Schlossbewohner massakrieren und verschonte nur den Arzt, der ihm seine Verbrennungen behandeln musste.
Obwohl FM Khevenhüller öfters die Grausamkeiten der Panduren tadelte, empfahl er Trenck zum Oberstlieutenant zu befördern.
Die Panduren besetzten in der 2. Hälfte des Jahres noch Zwiesel, Regen und das Schloss Au.
Im September nahm Trenck die Stadt Cham an der böhmischen Grenze. Hier verübten seine Panduren eine Reihe von Gräueltaten an der Zivilbevölkerung.
Als Beispiel, wie die Aktionen der Panduren abliefen, wollen wir hier die Eroberung von Cham, so wie sie der Pfarrer J. Lukas in der Heimatchronik geschildert hat, ausführlicher beschreiben.

Die befestigte Stadt Cham lag in der damals neutralen Oberpfalz und beherbergte Ende 1741 keinerlei Militär. Nach der Niederlage der Bayern in Linz wurden die Gefangenen nach kurzer Zeit auf Ehrenwort entlassen. Das bayrische Regiment „Kronprinz“ mit seinem Obristen Künigl kam in diesem Zusammenhang in die neutrale Oberpfalz, sollte aber nicht in einem „festen Platz“ untergebracht werden. Als sich Trencks Panduren immer mehr nach Norden zogen, befahl der bayrische General Minuzzi am 12.2.1742 dem Grafen Künigl mit 772 Mann seines Regiments nach Cham zu gehen und die Stadt in Verteidigungszustand zu setzten. Künigl versuchte sein Bestes, noch im August bat er die Regierung in Amberg um Geld für die nötigen Schanzarbeiten, allerdings vergeblich.
Am 7.9.1742 erschien Trenck mit seinen Panduren vor der Stadt und schickte Hauptmann Baron v. Erlach in die Stadt mit der Aufforderung zur Übergabe. Künigl wollte sofort kapitulieren, wurde aber von den Stadträten überzeugt, dies nicht zu tun.
Künigl schickte also seinen Adjutanten, Lieutenant Wimmer zu Trenck und bat sich 3 Tage Bedenkzeit aus. Trenck gewährte nur 24 Stunden.
In dieser Zeit erreichte ein Konvoi mit Schießpulver und Munition, begleitet von 2 Kompanien Infanterie glücklich die Stadt und Künigl lehnte nun die Übergabe der Stadt ab, da sie gemäß den Linzer Abkommen auf neutralem Gebiet läge.
Die Panduren zogen hierauf ab. Unterwegs erreichte Trenck ein Befehl des FM Khevenhüller Cham zu besetzten. Abends den 8.9. stand Trenck mit ungefähr 500 Panduren wieder vor der Stadt und forderte am 9.9. den Kommandanten nochmals zur Übergabe auf. Bevor jedoch eine Antwort kam, hatte sich ein als Bauer verkleideter Pandur über die Stadtmauer geschlichen und eine Scheune in der Nähe des Spitaltores angezündet. Die Wachen sahen zwar den Mann, schossen jedoch nicht, da sie strengsten Befehl hatten, nicht zu feuern (!)
Kurz danach fingen die Panduren mit ihren Geschützen Brandbomben in die Stadt zu werfen.
Der starke Wind begünstigte das Feuer und so stand innerhalb einer halben Stunde der größte Teil der Häuser in Flammen.
Gleichzeitig stürmten die Panduren die Stadt. Die Hitze war inzwischen so groß, dass die Einwohner die Stadt verlassen mussten, um nicht in den Flammen umzukommen. Man wollte das Fleischtor für Frauen und Kinder öffnen, fand jedoch nicht die Schlüssel und musste das Tor mit Äxten zerschlagen. Männer versuchten über die Stadtmauer zu klettern und den Fluss Regen zu durchschwimmen, wobei viele ertranken.
Die Brücke vor dem Fleischtor war abgetragen und so versuchten die Flüchtenden auf den zwei übriggebliebenen Balken den Fluss zu überqueren und in den nahen Wald zu entkommen.
Die Panduren plünderten inzwischen die Stadt, wer sich ihnen entgegenstellte, wurde niedergehauen. Später wurde festgestellt, dass in dieser kurzen Zeit 42 Männer und 3 Frauen ihr Leben lassen mussten.
Trenck beobachtete das ganze von dem sogen. Taubenbühel vor der Stadt. Als er die durch das Fleischtor flüchtenden bemerkte, rückte er sofort mit 50 seiner Leute zu dem Tor. Diejenige Einwohner, denen es gelungen war heil über den Fluss zu kommen, wurden sofort aller Habseligkeiten beraubt, den meisten ließ man nur das Unterhemd. Danach bewachten die Panduren die Unglücklichen, um ihre weitere Flucht zu verhindern. Zwischenzeitlich ereignete sich in der Stadt eine riesige Explosion – das Pulvermagazin war in die Luft geflogen.
Nun legten die Panduren Bretter über die Balken der Brücke, da sie erwarteten, dass ihre von der anderen Seite eingedrungenen Mitstreiter ihnen den Rest der Überlebenden in die Hände treiben würden.
Über diese Behelfsbrücke verließ nun auch Oberst Künigl mit dem Rest seiner Truppe die Stadt und ergab sich Trenck. Der ließ ihm ein Pferd geben und aufsitzen. Da kam es zu einem Zwischenfall. Ein Teil der bayrischen Grenadiere lehnten es ab ihre Waffen nieder zu legen (sie waren gegenüber den Panduren in der Überzahl!) und ihr Lieutenant Duri ging sogar mit seinem Degen auf Künigl los. Die nahestehenden Panduren warfen sich sofort auf Duri, der unter ihren Säbeln starb. Die Grenadiere ergaben sich nun, viele warfen allerdings ihre Säbel in den Fluss.
Trenck ließ nun die Ratsherren in nahegelegene Ortschaften bringen, wo sie für die folgenden 3 Wochen unter Hausarrest gestellt wurden. Der Rest der Zivilbevölkerung blieb auf der Wiese vor dem Fleischtore, von Panduren bewacht. Im Angesicht ihrer brennenden Stadt bangten sie um ihr Leben. Die angesehensten Frauen gingen also zu Trenck, der unweit auf einem Stuhl saß, um Gnade zu erflehen. Trenck antwortete ihnen:“...ich bin ja hier, um euch zu beschützen, wäre ich nicht da, so würde es euch von meinen Leuten schlecht ergehen...“
Gegen Abend nahm Trenck die Überlebenden mit zu seinem Hauptquartier in Chammünster.

In der brennenden Stadt schlugen sich noch immer Panduren mit verzweifelten Bürgern, die ihr Hab und Gut retten wollten herum. Viele wurden erschlagen und ihre Leichen in das Feuer geworfen. Neun Tage plünderten die Panduren die Stadt. Bis auf die Spitalkirche brannten alle Gebäude ab. Die Panduren verschonten nichts. In der Franziskanerkirche zerschlugen sie das gesamte Mobiliar und verbrannten das Muttergottes Bild, sie öffneten die Gruft und zogen die Leichen heraus, da sie von Verrätern aus der Stadt erfahren hatten, das dort die öffentlichen Kassen versteckt seien. Auch einiges Gesindel aus der Stadt und Chammünster beteiligte sich an Plünderungen. Die Spitalkirche zündeten die Panduren erst am fünften Tag. an.
An neunten Tag verbot Trenck bei Todesstrafe weitere Plünderungen. Die von den Panduren gemachte Beute war riesig, da auch die umliegenden Adeligen und andere Reiche ihre Habe in der Stadt versteckt hatten.
Vor allem die Frauen hatten unter den Panduren zu leiden. Trenck selbst wollte sich schon vor der Erstürmung der Stadt eine schöne Frau aus Brunnendorf ins Zelt holen lassen. Sie entzog sich ihren Häschern durch den Sprung in die Regen wo sie ertrank.
Später traf Trenck zwei hübsche junge Frauen und befahl den ihn begleitenden Panduren sie zu ergreifen. Die eine, Maria Trimpl, flüchtete zum Fluss und stürzte sich in die Fluten. Die andere, Katharina Schwab, wurde ergriffen obwohl sie sich heftig wehrte. Trenck ließ sie in sein Lager bringen. Später gab sie ihren Widerstand auf, verliebte sich in ihn und besuchte ihn auch während seiner späteren Gefangenschaft. Trenck hatte sie mit seinem Fähnrich Horwath vermählt, als dessen Witwe sie nach Jahren nach Cham zurückkehrte.
Trenck überwachte seinen Befehle zur Beendigung der Plünderungen streng. Als er einmal durch die ausgebrannte Stadt ging, hörte er Geschrei und sah eine Frau aus einem Keller flüchten. Ihr folgte ein Pandur. Trenck ließ ihn sofort ergreifen, kurz danach wurde der Übeltäter erschossen.
Als Trenck einmal eine Gruppe seiner Panduren sah, die sich um erbeutete Kirchengeräte stritten, zahlte er ihnen 150 Dukaten aus und ließ die Geräte dem Bischof von Passau bringen. Der Bischof schickte ihm zwar die 150 Dukaten zurück, verklagte aber Trenck bei Maria Theresia, die darauf Trenck einen scharfen Verweis schickte.

Nach ungefähr drei Wochen zogen die Panduren von Cham ab. Zurück blieb eine völlig verwüstete Stadt. Die Überlebenden fristeten die nächsten Jahre in Kellern und Notunterkünften. Ihr Leben bestritten sie aus der Brandsteuer, die von Nah- und Fern bald kam. Nach 12 Jahren waren erst ungefähr zwei Drittel der Häuser wieder aufgebaut..

Trenck bereute später wahrscheinlich die Gräueltaten, die seine Panduren in Cham angerichtet hatten. In seinem Testament hinterließ er einen Betrag zur Errichtung eines Armenspitals, in dem besonders Personen aufgenommen werden sollten, die aus Cham oder dem Isarwinkel stammten und im letzten Krieg verarmt waren.
Der Kaiser entschied dass die Stiftung dem Armenhaus in Wien zukommen soll, was dem Rat der Stadt Cham mitgeteilt wurde. Dieser schickte am 31.7.1753 ein Verzeichnis mit 30 Namen nach Wien, die auch später in dem Armenhaus aufgenommen wurden.


Pandur zu Pferd (nach M. Engelbrecht)
Pandur 1741 (nach M. Engelbrecht)


Nach der Niederlage der Bayern wurde das Korps Bärenklau und die dazu gehörenden Panduren in der ersten Hälfte des Jahres 1743 zur Armee Karl v. Lothringen an den Rhein verlegt. Die Zeit zwischen den Feldzügen nutzte Trenck um durch Werbung in Slawonien sein Korps um 1.000 Mann zu erweitern. Zu den wichtigsten Aktionen seiner Panduren gehörte die Zerstörung der Schanzen des Forts Mortiér und am 3.9. der Sturme der französischen Redouten auf der Insel Rheinmark, bei der Trenck eigenhändig den franz,. General Crèvecouer tötete.

Auch 1744 blieben die Panduren am Rhein und wirkten beim Rheinübergang der kaiserlichen Armee mit. Zwischenzeitlich hatte sich Trenck nach Wien begeben, um Offiziere für eine weiter Aufstockung seines Korps anzuwerben. Einer dieser neu angeworbenen war Gideon Frhr. v. Laudon, dem er eine Hauptmannsstelle anbot. Laudon erhielt zwei Kompanien Panduren, mit denen er sofort in die Oberpfalz abrückte. Auch sein Freund Matthesen, den Laudon noch aus seiner Zeit in russischen Diensten kannte, erhielt eine Hauptmannsstelle.
Das Korps war nun in zwei Grenadierkompanien á 100 Mann und 15 Füsilierkompanien á 140 Mann gegliedert, hatte also insgesamt ca. 2.300 Mann plus Offiziere.
In dem Feldzug am Rhein waren die Panduren den Vortruppen unter FML Franz, Graf Nádasdy zugeteilt. Während Trenck die Aufgabe hatte, mit seinen Panduren die Aufmerksamkeit der bei Philippsburg lagernden Bayern auf sich zu ziehen, rekognoszierte Obristlieutenant Frh. v. Menzel mögliche Übergänge in der Nähe von Stockstadt. Menzel war mit 400 - teils berittenen - Panduren FML Paul Anton Esterházy unterstellt und hatte bereits am 16.5. die Rheininsel Khükopf besetzt, die er mit Schutzwehren und einer Batterie sicherte. Hier wurde er am 26.6. von einem französischen Scharfschützen tödlich getroffen und verstarb.
In der Nacht vom 30.6. auf den 1.7. überquerte dann Trenck mit einem Teil der Panduren den Fluss auf requirierten Schiffen. Sie überfielen die überraschten bayrischen Posten und  trieben sie in das Lager von 3 Kavallerieregimentern, die überwältigt und vertrieben wurden. Das Lager fiel in die Hände der Panduren, die viele Beute machten. Trenck verlor 13 Tote und 60 Verwundete, die Bayern 532 Mann, die teils tot, teils in Gefangenschaft gerieten.
In den folgenden Tagen ging die gesamte Armee Karl v. Lothringen über den Rhein auf mehreren Brücken, die von Nádasdys Vortruppen errichtet wurden.
Die Panduren waren anschließend an der Eroberung der Lauterburger Linien und der Stadt Weissenburg beteiligt. Das Trenck´sche Korps marschierte weiter an der Spitze der Vortruppen über Klosterneuburg nach Hagenau, wo es am 11.7. den nahen Wald besetzte, um die nachrückenden Truppen Nádasdys abzuwarten. Wegen der starken Regengüsse waren die Wege grundlos geworden, so dass Trenck einige Tage warten musste. Die Franzosen hatten Hagenau inzwischen kampflos geräumt und wurden von den Panduren verfolgt. Am 11.8. kam es zu einem Gefecht bei der sogen. Rossischen Sägemühle, bei der die Panduren ein französisches Freikorps unter ihrem Führer Jakob verjagten und über 100 Mann töteten oder gefangen nahmen. Danach zogen sich die Panduren wieder zurück.
Die Franzosen hatten Zabern besetzt, das nun von Trenck bestürmt wurde. Im ersten Anlauf überstiegen die Panduren die Stadtmauern, die Franzosen flüchteten bis Pfalzburg.


Einzug der Panduren in des Dorf Halsbach bei Altötting, in dem die Panduren 1742/43 überwinterten

Nach dem Friedrich II. in Böhmen eingefallen war, zog die Armee Karl v. Lothringen vom Rhein in Gewaltmärschen dort hin. Die Panduren waren bei dem Marsch, der am 23.8.1744 begonnen hatte, wieder bei den Vortruppen Nádasdys und sicherten in kleinen Einheiten die Bewegungen der Armee. Als die Armee Donauwörth passiert hatte, verblieb General Trips mit 400 Panduren des Bataillons Prodanovich in der Stadt, um sie so lange wie möglich gegen die nachrückenden Bayern und Franzosen zu halten. Die Franzosen griffen in der Nacht vom 2.10. die Stadt überraschend an und Trips musste den Rückzug antreten. Es gelang den Panduren noch die Brücke über die Donau zu zerstören und über den Lech nach Rain zu entkommen. Der Pandurenhauptmann Prodanovich zeichnete sich hier besonders aus.
Die Armee erreicht dann ohne weitere größere Beunruhigungen durch die Feinde Anfang Oktober bei Waldmünchen Böhmen.

Die Armee Friedrich II. hatte ein befestigtes Lager bei Temelin/CZ (südlich Moldauthein) bezogen, einzelne Korps hatten Städte in Südböhmen besetzt. Den leichten kaiserlichen Truppen war es jedoch gelungen, Friedrich II. von seinen Versorgungsbasen abzuschneiden, seine Truppen blieben ohne Verpflegung und er selbst ohne jegliche Nachrichten.
Auf Grund dieser Situation entschied sich Friedrich II zum Rückzug aus Böhmen, der am 8.10. begann.
Die Truppen zogen über Moldauthein (Týn n. Vlt./CZ), die Sicherung der dortigen Brücke über die Moldau wurde GM v. Zieten anvertraut. Seine Einheit bestand aus den Husarenregimentern Zieten und Ruesch und zwei Grenadierbataillonen. Zieten ließ einen Brückenkopf errichten, der von 30 Grenadieren besetzt wurde. Die Brücke selbst sollte vom Grenadierbataillon St. Surin (?) verteidigt werden. Auch den Damm bei der Mühle ließ Zieten von zwei Kompanien Grenadiere vom IR Jeetze Nr. 17 mit 2 Geschützen besetzten. Der Rest der Grenadiere stand als Reserve am Marktplatz der Stadt. Seine beiden Husarenregimenter stellte er an der Straßenkreuzung nördlich der Stadt auf.
GFWM Johann, Frhr. v. Ghilány erhielt von Karl v. Lothringen den Befehl, den Übergang der Preussen über die Moldau so weit wie möglich zu stören.
Seine Truppen bestanden aus 500 Husaren seines Regiments unter Befehl der Obristlieutenants Johann v. Hebentanz und Baron v. Schwaben, 500 Husaren der Regimenter Paul Anton Esterházy (1768 aufgelöst), Festetics (Nr.3) und Baranyay (Nr.8) geführt von den Obristen Paul Anton Fürst Esterházy und Peter, Graf Szápáry sowie Obristlieutenant Abraham v. Handlay, einem Bataillon kroatischer Grenzinfanterie unter Hauptmann Carl Lanjus v. Wellenberg und den Trenck´schen Panduren. Im Anmarsch befanden sich noch 2.000 Warasdiner Grenzer unter GFWM Minsky.

Über das nun folgende Gefecht gibt es mehrere Schilderungen, die von einander nur in Details abweichen.
Nach einem nächtlichen Waldmarsch erreichten Trencks Panduren als erste Moldauthein und legten sich in der Ziegelei unweit des Ortes auf die Lauer. Der größte Teil der preussischen Armee hatten die Brücke bereits passiert, nur einige Regimenter und der Train waren noch diesseits des Flusses.
Bei Tagesanbruch begannen die Panduren in der ihnen vertrauten Art, zerstreut und das Terrain zur Deckung nutzend, vorzurücken. Die Preussen, nur an die Lineartaktik gewöhnt, wichen langsam über die Brücke. Die Panduren eroberten den Brückenkopf und die Brücke. Zieten führte nun seine zwei Husarenregimenter heran, denen es für kurze Zeit gelang, das weitere Vordringen der Panduren aufzuhalten. In kurzer Zeit fielen hier über 70 Panduren.
Zietens Husaren wurden jedoch von den drei kaiserlichen Husarenregimentern, die zur Attacke anritten in die Flucht geschlagen. Am Nachmittag erreichte den Ort des Geschehen auch GFWM Minksky mit seinen Warasdinern und bezog an der Schafheide Stellung.
Trenck mit den Panduren stürmte die Stadt über die Brücke, die Husaren und Slavonier des Hauptmanns Lanjus wateten an mehreren Stellen über den Fluss.
Zieten versuchte seine Einheiten hinter der Stadt an der Straßenkreuzung nach Tabor in Schlachtlinie aufzustellen, was ihm aber wegen den sofort nachgerückten Husaren unter Obristlieutenant Handlay und den Slavonischen Grenzern nicht gelang. In der bereits eintretenden Dunkelheit kämpfte Mann gegen Mann, Rittmeister Graf Dohna der Ruesch Husaren fiel hier in Gefangenschaft. In diesem Gefecht zeichneten sich vor allem die Obristlieutenants Hebetanz und Schwab der kaiserliche Husaren aus.
Die Kaiserlichen hatten bei den Kämpfen um Moldauthein 63 Tote und 169 Verwundete zu beklagen. Unter den Toten war auch Rittmeister Michael, Graf Esterházy. Auf Seiten der Preussen fielen 66 Man, 127 wurden verletzt.
Im Schutze der Dunkelheit zogen sich die preussischen Einheiten weiter in Richtung Tabor zurück.

Bei den Gefechten um Moldauthein verlor das preussische Heer die Hälfte seines Trains, besonders der Verlust der eisernen Feldbäckereien war für Friedrich II. sehr bitter. Noch vor den Kämpfen bei Moldauthein hatten die Preussen selbst in Panik mehrere Proviantschiffe mit 40.000 Broten auf der Moldau versenkt. Durch diese Vorkommnisse wurde ihre Versorgungssituation auf dem weiteren Rückmarsch noch schwieriger.
Bei Moldauthein bestätigte sich, dass Panduren und Grenzer bei guter Führung den regulären preussischen Truppen durchaus ebenbürtig sein können!

Die Panduren stießen anschließend wieder zu den Vortruppen Nádasdys und überfielen am 12.10. die völlig überraschte Besatzung von Tabor. Der Stadtkommandant Oberst Kalnein kapitulierte nach kurzem Widerstand.
Am 14.10. erhielt Trenck von Karl v. Lothringen den Auftrag das von Preussen eroberte Budweis (Ceske Budejovic/CZ) - wenn möglich - zurück zu erobern.
Schon am nächsten Tag erreichten die Panduren das verlassene Lager der Preussen bei Hosín, aus dem letztere vor knapp 2 Wochen zur Eroberung von Böhmisch Budweis aufgebrochen waren.
Trencks Truppe bestand aus 1.800 Panduren, zwei Grenadierkompanien und 300 Husaren, insgesamt also ungefähr 2.300 Mann mit 2 Geschützen.
Trenck widmete seine Aufmerksamkeit vorerst dem Schloss Frauenberg (Hluboka/CZ), das von 2 Kompanien des IR Kreytzen Nr. 40 unter Major Conradi besetzt war. Er ließ das Schloss von 700 Panduren einschließen und unterbrach seine Wasserversorgung, Mit den restliche Truppen zog er nach Budweis.
Dort stand GM v. Kreytzen mit seinem Regiment und 50 Husaren. Zur Verteidigung hatte er außerdem 4 Regimentsgeschütze und 10 schwere Mörser. Kreytzen war es gelungen, die Stadt rechtzeitig mit Proviant zu versorgen, nur die Munitionsvorräte waren knapp, da ein Transport von herumstreifenden kaiserlichen Husaren abgefangen wurde. Kapitän v. Foris (Sohn des bei der Eroberung von Cosel am 26. Mai 17456 gefallenen Obristen Arnold Friedrich v. Foris) des Pionierregiments Wallrawe hatte auch mit Hilfe von 2.000 Einheimischen für Verstärkung der Stadtbefestigungen gesorgt.
Trencks Einheiten erschienen am 17.10 vor der Stadt. Der Stadtrat bat v. Kreytzen die Stadt nicht einer Belagerung auszusetzen, dieser lehnte jedoch eine Übergabe ab. Da sämtliche Verbindungen zu seinem König unterbrochen waren, hielt er sich an den Befehl, Budweis zu verteidigen. (Friedrichs Brief, in dem er Kreytzen befahl, sich aus der Stadt zurückzuziehen, wurde von Husaren abgefangen).
Trenck begann mit der Beschießung der Stadt und forderte v. Kreytzen zur Kapitulation auf. Dieser lehnte jedoch ab, verstärkte die Wachen und jeder Ravelin erhielt eine Besatzung von 30 Mann unter einem Offizier.


Böhmisch Budweis (Stich aus Mauritius Vogt, 1712)
1. - Prager Tor mit Brücke
2. - Schweinitz Tor
3. - Linzer Tor
4. - Ravelin, den die Panduren stürmten

Trenck hatte keine schweren Geschütze, um eine regelrechte Belagerung durchzuführen und entschied sich deshalb zu einem nächtlichen Sturm. Gegen Mitternacht des 22.10. führte Trenck persönlich 500 Panduren zum Sturm. Sie mussten zuerst den 40 m breiten Fluss überqueren, dessen Tiefe ca. 2 m betrug. Einige Panduren scheuten das Wasser. Trenck drohte, jedem der umkehrt persönlich den Kopf abzuschlagen. Die Panduren zweifelten nicht daran, dass er die Drohung wahr machen würde und folgten ihm, wobei einige tatsächlich ertranken. Am anderen Ufer angelangt, gerieten sie in ein vernichtendes Feuer der Verteidiger und mussten weichen.
Kurz darauf folgte der 2. Versuch, diesmal in der Nähe des Stadttores nach Schweinitz (Trhove Sviny/CZ). Die Palisaden waren schon herabgerissen, aber auch diesmal konnten die Panduren dem Flankenfeuer der Preussen nicht widerstehen.
Gegen drei Uhr morgens versuchte es Trenck zum dritten Mal. Diesmal richtete sich der Sturm gegen den Ravelin an dem Krummauer Tor. Im Nahkampf gelang es den Panduren in die Stadt einzudringen, in dem sie auf Leitern, gebildet aus Menschenleibern, die Mauern überstiegen. Der Kampf hatte Trenck bis dahin bereits 17 Offiziere und 190 Mann gekostet, 35 Mann waren von den Preussen gefangen. Aber auch diesmal mussten die Panduren zurück.

Trenck wollte gegen 6 Uhr den Angriff schon abbrechen,. da trat eine für ihn günstige Wendung ein: Kommandant v. Kreytzen bat um einen Waffenstillstand bis zum Mittag. Trenck, der dies auf Ermattung der Verteidiger und Munitionsmangel zurückführte, lehnte ab und bestand auf sofortiger bedingungsloser Kapitulation. Kreytzen blieb keine andere Wahl, er ergab sich mit 31 Offizieren und 900 Mann. Trenck konnte auch 100 gefangene Kroaten und 150 österreichische Verwundete, die in der Festung gefangen waren befreien. Die gefangenen Preussen wurden nach Kaplice/CZ gebracht. Sie blieben bis 1745 in Gefangenschaft und wurden erst nach der Schlacht von Hohenfriedeberg ausgetauscht.
Ihre Füsilierkappen behielten die Panduren und trugen sie bei einer späteren Gelegenheit bei einer Parade vor Karl v. Lothringen.


Schloß Frauenberg um 1740

Am 23.10 marschierte Trenck mit seinem Korps nach Schloss Frauenberg zurück.. Als der preussische Kommandant Major v. Conradi die Verstärkungen sah, ergab er sich am 23.10. mit 300 Mann und 7 Offizieren kampflos. Den Panduren fielen große Vorräte an Munition und Schießpulver in die Hände.
Trenck ließ in Frauenberg 180 Panduren als Besatzung und zog in das Lager der Hauptarmee.
Die Panduren blieben dann bis Ende Dezember in Böhmen, überfielen preussische
Versorgungskonvois und kleiner Detachements. In einem Vorpostengefecht in der Nacht 14./15.12 bei Neu Kolin wurde Trenck durch eine Kanonenkugel, die ihm ein Bein zertrümmerte, schwer verwundet. Noch nicht ganz genesen, empfing ihn im Februar 1745 Maria Theresia in Wien huldvoll. Für den nächsten Feldzug warb er auf seinen Gütern in Slawonien weitere 800 Panduren, mit denen er im Frühjahr zur Armee in Schlesien stieß.

Das Trenck´sche Pandurenkorps wurden durch Dekret vom 17.3.1745 in ein reguläres slavonisches Infanterieregiment umgewandelt und hatte nun 20 Füsilierkompanien, 2 Grenadierkompanien und eine Husarenkompanie. Oberst Trenck blieb weiterhin sein Kommandant
Die erste gelungene Aktion der Panduren in dem Feldzug 1745 war die Eroberung der Festung Kosel. nord-westlich Görlitz. Nach dem ein desertierter preussischer Fähnrich am 20.5. die Nachricht vom Tode des General v. Saldern und den Zustand der Festung den Kaiserlichen verraten hatte, erhielt Oberst Buccow den Auftrag, die Festung zu erobern.
Sein Korps, das neben den Panduren noch aus dem IR Esterházy und einiger Kavallerie bestand, erreichte die Gegend am 25.5. Der Pandurenhauptmann G. Laudon erhielt den Befehl, Möglichkeiten zur Erstürmung auszukundschaften.
Der Angriff begann gegen 22 Uhr in der Nacht vom 26.5. Laudon an der Spitze von 200 Panduren sprang als erster in den gefluteten Festungsgraben. Die Panduren bildeten Leitern aus Menschenleibern und erstiegen den Wall. Oben angelangt, vertrieben sie die Besatzung der dortigen Batterie, drehten eines der Geschütze um und feuerten gegen die Stadt. Sie selbst wurden mit Kartätschen von den nächstgelegenen Bollwerken beschossen. Den Panduren gelang es jedoch bald die Preussen von dem ganzen Wall zu vertreiben, die sich in die Stadt retteten. Nachrückende Mannschaften unter D´Ollone und St. Ivary öffneten mit Äxten das Stadttor und die Kaiserlichen drangen in die Stadt ein. Die kleine Garnison, die nur aus 19 Offizieren und 400 Mann bestand, ergab sich nach Zusicherung eines freien Abzuges. Die Kaiserlichen hatten 10 Tote und 22 Verwundete, verletzt wurde auch F. v. d. Trenck und Major Szent-Iváry vom IR Joseph Esterházy (später Nr. 37).. Der preussische Verlust betrug das dreifache, auch der Stadtkommandant Oberst Arnold Friedrich v. Foris war gefallen.

Auch 1745 waren einzelne Abteilungen der Panduren verschiedenen Detachements leichter Truppen zugeteilt. So war z. B. eine Abteilung von 200 Husaren des HR Festetic (Nr.3), 200 Mann reguläre Infanterie und 109 berittene Panduren unter Befehl des Husaren - Obristlieutenant Adam Baron Dessewffy in der 2. Jahreshälfte auf Streifzügen im Bunzlauer Kreis (Boleslawiec/PL). Es gelangen ihnen mehrere erfolgreich Überfälle auf preussiche Einheiten und Versorgungskonvois. Den Schaden, den Dessewffy den Preussen verursachte beunruhigte sogar Friedrich II. persönlich, der in mehreren Briefen die Taten der Dessewffy´schen Truppe erwähnte. Nach einem missglückten Überfall auf  einen preussischen Konvoi am 23.9. zündeten die Panduren - gegen den strikten Befehl Dessewffys - in Schlesien zwei Dörfer an. Das Detachement war bereits Mitte September nach Nordböhmen zur Hauptarmee gerufen worden, kam jedoch zur Schlacht bei Soor (30.9.) zu spät und konnte auf dem Schlachtfeld nur noch ca. 200 Verwundete aufsammeln und auf seinen Pferden vor der Gefangenschaft retten. Anschließend blieb Dessewffy in der Gegend um Trautenau (Trutnov/CZ) um seine Diversionen fortzusetzen. Am 7.11. vertrieb seine Truppe die in Kunzendorf (Niedamirów/PL) und Oppau (Opawa/PL) postierten Preussen, worauf sie am nächsten Tag Michelsdorf /Miszkowice/PL) angreifen wollten. Dort lag Obrist Ruesch mit dem IR Jeetze und vier Eskadronen seines Dragonerregiments. Ruesch hatte rechtzeitig das Herannahen des Feindes bemerkt und organisierte eine wirkungsvolle Verteidigung. In den Straßen des Dorfes kam es zu heftigen Kämpfen, bei denen die Kaiserlichen 20 Tote, mehrere Verwundete und 30 Gefangene verloren und das Feld räumen mussten. Unter den Toten befand sich auch Obristlieutenant A. Dessewffy, den Oberst Ruesch mit einem Pistolenschuss niedergestreckt hatte.

An der Schlacht bei Soor war auch Franz v. d. Trenck mit einer größeren Einheit seiner Panduren beteiligt. Mit den anderen leichten Truppen unter Befehl des FML F. Nádasdy sollten sie den Preussen in die Flanke und Rücken fallen.
Nádasdy brach mit seinen Truppen rechtzeitig auf, kam auch in die vorgesehenen Gegend, stieß dort jedoch auf das preussiche Lager. Trotz äußerster Bemühungen Nádasdys und seiner Offiziere konnten die Husaren und Panduren nicht daran gehindert werden, das Lager sofort zu plündern. Ein weiteres Vorrücken gegen die Preussen, wie befohlen, fand nicht statt. Dies war einer der Gründe, warum die Kaiserlichen die Schlacht verloren. Nádasdy entschuldigte sich anschließend bei seinen Vorgesetzten für das Verhalten der ihm unterstellten Truppen.

Für Trenck persönlich war dieser Vorfall verhängnisvoll. In Wien lagen ja schon längere Zeit Beschwerden über ihn vor. Nun wurde er beschuldigt, bei Soor den Preussenkönig gefangen, ihn aber gegen einen größeren Geldbetrag freigelassen zu haben. Trenck wurde nach Wien berufen und eine Kommission untersuchte die gegen ihn erhobenen Beschwerden.
Die Angelegenheit mit dem König konnte nicht nachgewiesen werden. Wegen anderer Vergehen wurde Trenck aber zu einer Geldstrafe von 120.000 fl. verurteilt (die er ablehnte zu zahlen!). Manche Quellen geben an, dass er darauf hin in Haft genommen wurde, aus der er jedoch mit Hilfe seiner Geliebten, Baronin v. Lestock auf seine Güter in Slawonien fliehen konnte.
Sicher ist, dass Trenck für den Feldzug 1746 in den Niederlanden weitere 600 Panduren angeworben hatte, mit denen er durch Wien mit drei Bataillonen und zwei Grenadierkompanien Richtung Niederlande marschierte. Eine Abteilung nahm an dem Überfall auf Rousselaer teil, das ganze Regiment dann verwehrte den Franzosen den Übergang über die Ourthe. In der Schlacht bei Rocour waren die Panduren zugegen, ohne jedoch ins Feuer zu kommen. Trenck selbst war bereits in der 2. Jahreshälfte in Wien zurück, seine Panduren blieben auch 1747 in den Niederlanden und zeichneten sich beim Überfall des Klosters Rosenthal und in der Schlacht bei Lawfeld aus..

Mit Preussen war am 25.12. 1745 Frieden geschlossen worden und auch die Kampfhandlungen in den Niederlanden wurden 1747 eingestellt.
Damit endet auch die Geschichte des Trenck´schen Panduren Freikorps. Es wurde 1748 auf ein Bataillon reduziert (4 Füsilier - und eine Grenadierkompanie unter Befehl von OWM Christian v. Manstein) und wurde „Slavonisches Panduren-Bataillon“ genannt.
Mit Patent vom 8.9.1756 wurde das Bataillon in ein Linien-Infanterieregiment mit 16 Füsilier- und 2 Grenadierkompanien umgewandelt, sein Inhaber wurde Joseph Karl Frhr. v. Simbschen (er war bereits seit 1753 Kommandant des Slavonischen Panduren-Bataillon, vorher diente er beim Frangipan´schen Panduren-Freikorps, auch „Temesvárer Frei-Bataillon genannt)


Slavonische Panduren

Bis zum Beginn des Siebenjährigen Krieges ruhten die Waffen. Der Pandurenobrist Franz v. d. Trenck musste sich für seine vielen Missetaten 1747 vor einem Kriegsgericht verantworten und wurde zum Tode verurteilt. Nach dem sich Karl v. Lothringen und der Kaiser selbst für ihn verwendet hatten, wurde die Verhandlung neu aufgerollt und Trenck am 28.8.1748 zur Festungshaft auf dem Spielberg in Brünn (Brno/CZ) verurteilt, wo er am 4.10.1749 verstarb.

Die Beurteilung der Panduren (und kroatisch - slavonischer Grenzer, da die Quellen unter beiden oft nicht unterscheiden) ist nicht einfach.
FM Traun lobte in seiner Korrespondenz mit dem Hofkriegsrat 1741 ihren erfolgreichen Einsatz im Kleinkrieg ausdrücklich.
FM Graf Neipperg hatte von Anfang an eine Aversion gegen sie, beschwerte sich dauernd über ihre Übergriffe und verheimlichte andererseits ihre unleugbaren Erfolge im Kleinkrieg (siehe oben). Auch FM L. Daun war nicht gerade ein Freund der Panduren. Einzig allein FM Khevenhüller schätzte diese Truppen. Von den späteren Heerführern Maria Theresias waren von ihrer Nützlichkeit vor allem G. Laudon und Franz L. Nádasdy überzeugt.
Laudon diente ja anfangs in Trencks Pandurenkorps und später viele Jahre bei der Liccaner Grenzinfanterie, Nádasdy befehligte sein Leben lang meist leichte Truppen. Beide kannten deshalb ihre Besonderheiten und konnten mit ihnen hervorragend umgehen.

Es ist bekannt, dass die leichten Truppen - Husaren, Panduren und Grenzer - im "Kleinkrieg" während der Schlesischen Kriege Friedrich II. größere Verluste zufügten, als die ganze kaiserliche Armee in den großen Schlachten.
Nachdem Friedrich II. anfangs die leichten Truppen unterschätzte, sah er sich später veranlasst seinen Offizieren in den "Principes généraux de la guerre" und "Pensée et règles" Verhaltensregeln für den Kampf mit diesen Einheiten zu geben.

Was die Panduren angeht (und dies gilt größtenteils auch für die Grenzer), so waren sie äußerst mutig und kämpften mit Todesverachtung oft bis zum letzten Mann. Überläufer zu den Preussen gab es unter ihnen kaum.
Das Problem war ihre Disziplinlosigkeit und ungeheuere Beutelust. Nur Trenck selbst konnte seine Truppe einigermaßen im Zaum halten, wobei er oft äußerste Härte walten ließ. Als einmal eine Meuterei gegen ihn ausbrach, tötete er eigenhändig einige der Rädelsführer und stellte so die Ruhe wieder her.
Unter der Zivilbevölkerung hatten die Panduren einen sehr schlechten Ruf. Sie unterschieden nicht zwischen der Bevölkerung im eigenen Lande und im Feindesland und plünderten überall, wo es Beute gab. Da ihre Kleidung sehr ähnlich derjenigen der Grenzer war, fiel der schlechte Ruf auch auf letztere, obwohl Gräueltaten der Grenzer nur in wenigen Ausnahmefällen bekannt sind.

Erst nach der Umwandlung der Panduren in ein reguläres Grenzregiment 1745 und der Verhaftung Trencks änderte sich die Situation. Zwischen 1746 und 1756 wurde außerdem eine Reihe von Reformen durchgeführt, deren Auswirkungen sich im Siebenjährigem Krieg zeigten.
Während der Übungen lobten die verantwortlichen Offiziere und Generäle den Fleiß der Grenzer und ihre schnellen Fortschritte bei der Beherrschung der neuen Regeln. Bekannt war ihre Treffsicherheit, mit der sie schon in den beiden ersten Schlesischen Kriegen aufwarteten.

Den schlechten Ruf, der vor allem den Panduren in den ersten zwei Schlesischen Kriege zuzuschreiben war, wurden die Grenzer noch lange Jahre nicht los. So blieb dieses Makel auch in der Literatur erhalten.

H. Skala, 2007


Quellen:
  • M. Bertling, "Die Kroaten und Panduren in der Mitte des XVII Jh.", Dissertation, Berlin, 1912
  • W. Edler v. Janko, "Laudons Leben", Wien, 1869
  • C. v. Wurzbach, "Biographisches Lexikon des Kaiserthum Österreich", Wien 1856 - 1891
  • G. Schlag, "Unser Leben und Blut für die Königin", Eisenstadt, 1999
  • H. Bleckwenn, Jahrbuch  für österr. Kulturgeschichte,  X. , 1984
  • G. Ritter v. Treuenfest, "Geschichte des k.u.k Husarenregiments Nr.3", Wien, 1893
  • G. Ernst, "Geschichte des K. u .k neunten Husarenregiments", Wien, 1862
  • L. Drahota, "Pekelník", Lebenslauf des F. v. d. Trenck
  • G. Ságvári/G. Somogyi, "Das Buch der Husaren", Budapest, 1999
  • A. Frhr v. Wrede, „Geschichte der K. u. K. Wehrmacht“, Wien, 1898 - 1905
  • L.-H. Thümmler, "Die österr. Armee im Siebenjährigen Krieg", Berlin, 1993
  • J. Lukas, „Geschichte der Stadt und Pfarrei Cham“, Landshut, 1862
  • V. Sindelar, "Po bitevnich polich jiznich Cech", 2005
  • J. Sakar, "Dejiny mesta Tyna n. Vlt." Bd. II, Mlodauthein, 1934


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