Die Husaren


Uniformen der Husaren-Regimenter Stephan Dessewffy (Nr. 3 - blau) und Emerich Dessewffy (grün)
(v. l. n. r.) Husar, Unteroffizier, Husar, Stabsoffizier um 1740


Die Husaren sind die eigentliche Nationaltruppe ihrer Heimat - Ungarn. Der Wortursprung ist 
lateinisch, "cursor" und bedeutete "schneller Bote". Auf dem Balkan im 14. Jh. zu gusar, husar transformiert bezeichnete das Wort damals einen berittenen Räuber. Aber bereits im 16. Jh. bildeten die Husaren in den ungarischen Heeren eine wirkungsvolle Waffe gegen die leichte und schnelle türkische Reiterei - die Sipahis. Von ungarischen Adeligen meisst auf eigene Kosten aufgestellt, hatten sie sehr unterschiedliche Mannstärken. Sie wurden Banderien genannt

Der K. u. K Generalstab als erster in Europa nutzte die Vorteile dieser flinken, excelenten Reiter in größerem Maßstab. Die ersten 2 regulären Husarenregimenter wurden kurz vor Ende des 17. Jh. in der Österreichischen Armee gegründet. Die Mannschaft wurde in Oberungarn (heute Slowakei) angeworben.

Die Aufgabe dieser Truppe war - abweichend zu den sonstigen Kavallerieregimentern wie Kürassieren, Dragonern, Chevaulegeres - Auskundschaften des Feindes, requirieren seiner Versorgungseinheiten, Beunruhigung feindlicher Marschkolonnen durch kurze Überfälle sowie Kurierdienste.

Seltener wurden Husarenregimenter in großen Schlachtendes 18.Jh. eingesetzt.

Die an die Husaren gestellten Aufgaben setzten ein hohes Maß an selbständigem Handeln und schnelle Entscheidungen auch der niederen Chargen voraus, da die Husaren vorwiegend in kleineren Einheiten operierten (Escadronstärke).

Daß diese Aufgaben erfüllt wurden, davon zeugt ein noch heute gebräuchliches Sprichwort : der "Husarenritt", was ein kühnes, waghalsiges Unternehmen bedeutet.

In der ersten Hälfte des 18.Jh. kamen die Offiziere und Regimentsinhaber der Österreichischen Husarenregimenter ausschließlich aus dem ungarischen Adel. Erst später tauchen unter ihnen auch deutsche Namen auf.

Auch die Mannschaften wurden ausschließlich in den ungarischen Ländern geworben, im Kernland Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Slawonien und Rumänien (Siebenbürgen).Anfang des 19. Jh. wurde jedem Regiment ein bestimmter Bezirk (Komitat) für die Werbung zugewiesen.


Details der Uniformierung der Husaren
Oben:
  • Dolman, Vorder-und Hinter- Ansicht, Detail der Verzierung
  • Mannschaftsschärpe, M 1828
  • Pistolenfutteral, M 1751
  • Halber Schnurbesatz mit Olive und Achseldragoner, M 1869
Unten:
  • Kutsma, M 1862
  • Bandelier mit Kartusche, M 1780
  • Stiefel (Czizmy), M 1811
  • Offizierssäbel, ca. 1750
  • Mannschaftssatteldecke, M 1806

 
Säbeltaschen verschiedener Husaren-Regimenter
(v. o. l. n. r.) HR Palocsay 1706, HR Nádasdy 1762, Adelsaufgebot 1806, 
HR Esterházy 1742, HR Erzherzog A. Leopold 1792, HR Nr. 12 Unteroffizier 1825

Nach dem Reglement von 1759 durften nicht geworben werden :

  • ansässige Bürger und Bauern, die Familien zu ernähren hatten,
  • Zigeuner, Landstreicher und Juden sowie Nichtangehörige des Reiches (später gelockert).


Die Sollstärke eines Regimentes am Ende des Siebenjährigen Krieges war 1.000 Mann und 1.000 Pferde, aufgeteilt in 6 Escadronen von je 2 Kompanien. Dazu kamen noch die Offiziere, Feldscherer, Fouriere, Sattler und Schmiede.

Ende des 17.Jh. hatten die Husaren noch keine einheitliche Uniform. Sie entwickelte sich aus der ungarischen Nationaltracht und war im 17. - 18. Jh. in allen Husarenregimentern der europäischen Monarchien im Schnitt gleich.

Sie bestand aus dem Dolman, einem kurzen Rock über den der Pelz getragen wurde, meißt nur über die linke Schulter gehängt. Dazu wurde eine eng anliegende Hose und niedrige, oft aus gefärbtem Leder gefertigten Stiefel getragen. Auf dem Kopf trug der Husar eine pelzverbrämte Mütze, den Kalpak, mit farbigem Tuchbeutel.

Dieser wich Ende des 18. Jh. der Flügelmütze aus Filz.

Kopfbedeckungen der Husaren im Laufe der Zeit
(v. o. l. n. r.) Kurutzen 1706, HR Nádasdy 1762, HR Nádasdy 1769, HR Nr. 3  1815, 
HR Nr. 7  1871, Feldmütze 1871, Feldmütze 1908

Die Besonderheit der Husarenuniform war, daß der Rock und Pelz statt mittels Knöpfen durch farbige (bei Offizieren reich golddurchwirkte) Schnüre oder Kordeln zusammengehalten wurde.

Die einzelnen Regimenter unterschieden sich durch Farbe der Dolmans, Pelze und Hosen und der Satteldecken (Schabracken, die über den Sattel geworfen wurden).

Erst ab Mitte des 18. Jh. wurden die Farben der Uniformen in der Österreichischen Armee einheitlich geregelt. Bis dahin hatten die Regimentsinhaber weitgehend freie Hand in der Gestaltung der Uniform ihrer Regimenter.

Eine Besonderheit der Österreichischen Husarenregimenter war, daß sie anfangs nur durch die Namen ihrer Inhaber unterschieden und bezeichnet wurden. Wenn das Regiment einen anderen Inhaber bekam, änderte sich auch der Name des Regimentes und meistens auch die Farbe der Uniform. 1798 bekamen die Regimenter auch fortlaufende Nummern zur Unterscheidung.

Der Regimentsinhaber war nur selten auch der Kommandant des Regimentes und hielt sich - im Unterschied zum eigentlichen Kommandanten - nicht dauerhaft beim Regiment auf.
 

Harald Skala (Text und Abbildungen)

 
Generalsuniform der Husaren 1760
Generalsuniform der Husaren 1849




Husaren Pferdegeschirr und Satelzeug um 1700
unten der sogenannte "Füreder Sattel"
Husaren Pfedegeschirr und Sattelzeug um 1750


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