|
Galizisches Ulanen - Regiment Nr. 3
(1801) Carl, Erzherzog, Generalissimus und FM
(+ zu Wien, den 30. April 1817)
Das Regiment hat den Namen auf immerwährende Zeiten zu führen.
Errichtung:
1801 mit einem Stamme an Chargen und
Mannschaften von den Ulanenregimentern Nr. 1 und 2, dann den Dragonerregimentern
Kinsky und Savoyen (Nr.10 und 13), durch
Neuwerbung in Krakau aufgestellt.
1809 - Teile des aufgelösten
Kosakenpulks inkorporiert.
1814 - einen Stamm an Charge und Mannschaften
an das neu aufgestellte 4. Ulanenregiment, 1860 eine Division zur Komplettierung
des bisher lombardischen Ulanenregiments Nr.
6 abgegeben.
Ergänzungen:
Dieses Regiment rekrutierte sich seit
seiner Errichtung aus Galizien, von 1853 aus dem Werbebezirk des IR Nr.
10 (Przemysl), von 1857-60 aus denen der IR
Nr. 10 und 30 (Przemysl und Lemberg), von 1860-67
aus Nr.10 und 40 (Przemysl und Rzeszów), 1867-73 aus Nr. 10 und 77 (Przemysl und Sambor),
von 1873-75aus Nr. 10 und 45 (Przemysl und Sanok), von 1876-83 aus Nr. 30 und 77 (Lemberg und
Sambor), endlich 1883-89 aus jenem von
Nr. 89 (Gródek) Seit 1889 war es mit der
Ergänzung an den Bereich des 10. Korps (Militär-Territorial-Bezirk
Przemysl) gewiesen.
Friedensgarnisonen:
1801 Tarnów, 1803-05 Gródek, 1806 Wien, 1807 St. Georgen, 1810 Gaja, 1812 Pécsvár,
1813 Güns, 1814-15 Linz, 1816 Nagy-Tapolcsán, 1828 Wien, 1829 Grosswardein, 1830 Reps,
1831 Debreczin, 1832 Grosswardein,
1837 Oedenburg, 1844 Körmend,
1848 Wien, 1849 Saaz, 1851 Himberg, 1853 Marburg,
dann Baden, 1854 Bukarest, 1855 Plojesti, 1856
Kronstadt, 1857 Maria-Theresiopel, 1859 Stuhlweissenburg, nach dem Feldzuge Grosswardein, 1860 Alt-Arad,
1863 Herrmannstadt, 1866 Pardubitz, 1871 Neuhäusel,
1875 Stockerau, 1877 Wien, 1879 Lancut, 1895
Gródek,
Regiments Inhaber:
|
1802-47
|
Erzherzog
Carl, FM
|
|
1847
|
Philipp,
Graf Grünne, G.d.C.
|
|
1854
|
Friedrich
Fürst Liechtenstein, FML, G.d.C.
|
|
1861-77
|
Vincenz Frhr. v. Minutillo, FML
|
|
1877
|
Inhaberstelle
seither unbesetzt
|
Zweiter Inhaber:
Von 1802-06 unbesetzt,
von 1806-17 Philipp Graf Grünne, FML, G.d.C.
Regiments-Kommandanten:
|
1801
|
Heinrich
Bersina v. Siegenthal,
Oberst
|
|
1805
|
Johann Graf
Klebelsberg, Oberst
|
|
1809
|
Heinrich
Graf Hardegg, Oberst
|
|
1810
|
Emanuel Graf
Mensdorff - Pouilly, Oberst
|
|
1812
|
Carl v. Grozkowski, Oberst
|
|
1820
|
Carl Frhr. Kress v. Kressenstein, Oberst
|
|
1830
|
Thaddäus
Graf Ledochowski - Halka, Oberst
|
|
1836
|
Nicolaus
Graf Lichtenberg, Oberst
|
|
1843
|
Franz . Wyss, Oberst
|
|
1848
|
Joseph v.
Batky von Batka,
Oberst
|
|
1850
|
Ferdinand
Graf Vetter von der Lilie, Oberst
|
|
1854
|
Andreas v.
Pichler, Oberst
|
|
1859
|
Joseph Graf
Waldstein - Wartenberg, Oberst
|
|
1867
|
Maxmilian
Graf Mac-Caffry - Keanmóre,
Oberst
|
|
1872
|
Emil Van
Göthem de Ste. Agathe, Oberst
|
|
1878
|
Ludwig Frhr. De Vaux, Oberst
|
|
1880
|
Wilhelm Reiche
v. Thuerecht, Oberstlieutenant
- Oberst
|
|
1884
|
Carl Frhr. v. Mertens, Oberst
|
|
1891
|
Carl Morawetz v. Moranow,
Oberst
|
|
1897
|
Eduard v.
Böhm - Ermolli, Oberstlieutenant
- Oberst
|
Feldzüge:
|
1805
|
in Italien,
focht das Reg. mit Auszeichnung bei Caldiero.
Auf dem späteren Rückzug durch Steiermark bestand Rittmeister
Truchsess als Kommandant der Avantgarde
ein glückliches Gefecht bei Ehrenhausen
|
|
1809
|
in Deutschland,
nahm das Reg. teils Abteilungsweise an dem Treffen bei Landshut, der Schlacht
bei Abensberg und dem Treffen bei Neumarkt teil. In dem Gefecht bei Gayersdorf zeichnete sich Major Frhr. v. Wilgenheim
aus, das Reg. ganz besonders bei Lambach und
Ebelsberg. Auf dem Rückzug
dann im Gefecht bei Blindenmarkt. Während der Schlacht bei Aspern stand es bei Stockerau, bei Wagram nur die Oberst-Division indirekt Anteil gehabt
(im Gefecht bei Stammersdorf, wo Rittmeister
Eugen Graf Wratislaw durch eine Attacke das hart
bedrängt 6. Wiener Freiwilligen Bataillon befreite). Später nahm
das Reg. an den Rückzugsgefechten bei Schöngraben und Hollabrunn
teil und focht mit besonderer Auszeichnung bei Znaim.
Regiments-Kommandant Graf Hardegg mit dem MTO
ausgezeichnet.
|
|
1813
|
bei der Armee
in Innerösterreich, machte das Reg. die
Vorrückung durch Friaul nach Ober-Italien
mit, kam aber nur bei Tolmein und Villanova ins Gefecht.
|
|
1814
|
focht das
Reg. mit Auszeichnung in der Schlacht am Mincio.
Oberstlieutenant Wilhelm Frhr. v Mengen dafür zum 2. Obersten im Reg.
befördert.
|
|
1815
|
am Ober-Rhein,
ohne Aktion
|
|
1848
|
beim Reservekorps
Nugent in Italien, nahmen Abteilungen
des Reg. an den ersten Gefechten vor Vicenza,
dem Gefecht von Sommacampagna (14.6.) der Schlacht
von Custozza und dem Gefecht bei Le sei Vie
teil. Auf dem weiteren Marsch gegen Mailand deckte Oberst Wyss mit der 2. Division die rechte Flanke der Armee
und bestand ein Gefecht bei Zelobuon Persico. Eine Eskadron
bei der Zernierung von Osoppo zurückgeblieben
|
|
1849
|
machte das
Reg. den Feldzug in Piemont mit, kam aber außer einiger Scharmützel
bei Streifen nicht in Aktion
|
|
1866
|
mit 5 Eskadronen im 8. Korps der Nordarmee, focht es bei
Skalitz, Königgrätz,
Zwittau und Tobitschau
|
Adjustierung des Reg. Nr. 1
1801: schwarze Czapka, dunkelgrüne Kurtka
und Hosen, scharlachrote Egalisierung, gelbe Knöpfe
1809: scharlachrote Czapka, dunkelgrüne Kurtka
und Beinkleider, scharlachrote
Egalisierung, gelbe Knöpfe
1865: krapprote Tatarka, lichtblaue Ulanka
und Hosen, krapprote Egalisierung, gelbe Knöpfe
1868: krapprote Tatarka, lichtblaue Ulanka,
krapprote Stiefelhosen und Egalisierung, gelbe Knöpfe
1876: krapprote Czapka, lichtblaue Ulanka,
krapprote Egalisierung und Stiefelhose, gelbe Knöpfe
Ulan in Adjustierung 1840
Quellen:
- Obstlt. Alphons Frhr. v.
Wrede, Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX. Jahrhunderts
- OSPREY MILITARY,
Men-at-arms Series Nr. 329
|